19.12.12

Polizeieinsätze 2012

Vergessene Ehefrauen und nackte Schlafwandler

Eine Ehefrau, die auf dem Parkplatz vergessen wird, mysteriöse Blutspuren und eine Frau, die im Vollrausch zu beißt - die Polizei in Rheinland-Pfalz hat im vergangenen Jahr so einiges erlebt.

Foto: dpa

Kuriose Polizeieinsätzen: In Rheinland-Pfalz hatte das Jahr 2012 einiges zu bieten
Kuriose Polizeieinsätzen: In Rheinland-Pfalz hatte das Jahr 2012 einiges zu bieten

Treulose Ehemänner, Blutspuren und orientierungslose Pfadfinder – im Jahr 2012 hielt so manch skurriler Einsatz die Polizei in Rheinland-Pfalz in Atem. So staunten die Beamten nicht schlecht, als sie von einem nackten Schlafwandler in Kaiserslautern zu Hilfe gerufen wurden. Der Mann war während eines Traums aus dem Haus gestürmt und erst durch die ins Schloss fallende Tür wach geworden. Der hilflose Mann stand nackt vor seinem Haus, nur mit einem Fußabtreter bedeckt.

Zum Retter in der Not wurde die Polizei auch für einen Zwölfjährigen in Ludwigshafen. Weil der Junge sich nach der Zeugnisvergabe mit einer schlechten Note nicht nach Hause traute, rief die Schulleitung die Beamten. Die Sorgen des Zwölfjährigen waren aber offenbar unbegründet. Dagegen benötigte eine Frau aus Kaiserslautern weniger Unterstützung. Die 32-Jährige brachte allein ein kerngesundes Baby zur Welt und putzte anschließend ihre Wohnung. Als die Polizisten eintrafen, war die frisch gebackene Mutter bereits beim Saubermachen.

Unter die Arme greifen mussten die Beamten dagegen einer Gruppe von Pfadfindern auf Abwegen: Die 10- bis 14-Jährigen "Wölflinge" hatten sich auf einer Wanderung bei Neuwied verlaufen. Polizei und Feuerwehr fuhren die Kinder kurzerhand in ihr zehn Kilometer entferntes Camp. Ganze 100 Kilometer entfernt hatte sich ein Autofahrer von einem Rastplatz nahe Windhagen, als ihm auffiel, dass er dort seine Frau vergessen hatte. Der 44-jährige Niederländer hatte mit ihr und den beiden Kindern eine Pause eingelegt, um seine Notdurft zu verrichten. Als er seine Fahrt fortsetzte, war ihm entgangen, dass seine Gattin ebenfalls zur Toilette gelaufen war.

Glückloser Dieb bricht sich mit geklauten Schuhen beide Beine

Manch anderer schaute 2012 zu tief ins Glas: Eine sternhagelvolle Frau brüllte im Bahnhof von Kaiserslautern einen Passanten an. Dieser dachte zunächst an ein Improvisationstheater – bis die Frau ihm in den Kopf biss. Die Beißerin wurde festgenommen. Freiwillig dagegen ging ein 41-Jähriger mit einem Alkoholgehalt von 4,4 Promille auf das Polizeirevier in Daun. Er sollte dort verhört werden – weil er drei Wochen zuvor volltrunken beim Mofafahren erwischt worden war.

Ein treuloser Koblenzer weigerte sich partout, seine sturzbetrunkene 43-jährige Lebensgefährtin auf der Polizeistation abzuholen. Die Frau blieb über Nacht in der Ausnüchterungszelle. So weit kam ein betrunkener Räuber in Pirmasens gar nicht. Nach dem Überfall auf einen Juwelier wollte der 24-Jährige eigentlich flüchten. Vor der Tür wartete bereits ein Streifenwagen, in den sich der Mann übergab.

Ganz ohne Alkohol kam sich ein Ladendieb in Mainz selbst in die Quere. Der Mann klaute bei Karstadt ein Paar Schuhe und floh mit den neuen Tretern an den Füßen. Dabei sprang der Langfinger auf einen sieben Meter tieferen Fußweg und brach sich beide Beine. Sanitäter brachten den glücklosen Dieb in eine Klinik, die Schuhe wurden beschlagnahmt. Ein ganz anderer Schuh drückte in Mayen. Dort schrie ein Mädchen in einem Einkaufszentrum so laut, dass gleich mehrere Beamte anrückten. Der Grund: Ihre Mutter wollte die ersehnten Schuhe nicht kaufen.

Vermeintliche Blutspuren versetzen Dorf in Aufruhr

Derweil versetzten im pfälzischen Weilerbach Blutspuren ein ganzes Dorf in Aufruhr. Mehrere Bürger berichteten von Blutflecken auf den Straßen. Die Beamten stießen schließlich im Gewerbegebiet auf den Lastwagen eines Fleischgroßhandels, der Fässer mit Tierblut geladen hatte. Einige waren bei der Fahrt durch die Ortschaft ausgelaufen.

In Rülzheim setzte sich ein Mann rabiat gegen den Bevollmächtigten einer Bank durch. Als der Inkasso-Mitarbeiter den Wert des Autos schätzen wollte, schlug der 38-Jährige ihn mit einem Vierkantholz nieder. Doch nicht immer waren andere Schuld, wenn jemand zu Schaden kam: So schoss sich ein Trierer Kriminalbeamter auf dem Revier selbst in die Hand, als er seine Waffe reinigen wollte.

Quelle: dapd/cor
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