18.12.2012, 17:07

Verspätung Post stellt Weihnachtsgrüße aus dem Zweiten Weltkrieg zu

In Mühlheim am Main hat ein Mann Weihnachtspost bekommen. Allerdings war der Brief an seinen Opa adressiert. Er kam 71 Jahre zu spät.

Mit mehr als 70 Jahren Verspätung sind bei einem Mann in Mühlheim am Main Weihnachtsgrüße an seinen Großvater eingetroffen. Ein Nachbar war im Zweiten Weltkrieg als Soldat auf der besetzten Kanalinsel Jersey stationiert gewesen und hatte im Dezember 1941 einen Brief losgeschickt.

Doch das weihnachtliche Schreiben kam nie an. Mit 85 anderen Briefen von Soldaten an ihre Familien und Freunde hatten es seinerzeit Inselbewohner aus einem Feldpostamt entwendet. Am Dienstag stellten Briefträger der Jersey Post und der Deutschen Post dem Enkel des Adressaten, Engelbert Josef Bergmann, den verspäteten Gruß zu.

Vor einiger Zeit waren die Feldpostbriefe im Privatbesitz eines Mannes wieder aufgetaucht, der an dem Briefklau beteiligt war. Zusammen mit der Deutschen Post, dem Roten Kreuz und Militärhistorikern suchte die Jersey Post die ursprünglichen Empfänger oder deren Erben in Deutschland. Zehn wurden bislang ausfindig gemacht.

Der Mühlheimer ist bundesweit der erste Familienangehörige, der nun nach Angaben der Post den originalen Weihnachtsbrief erhalten hat. Am Dienstagnachmittag sollten in Offenbach vier weitere Briefe zugestellt werden.

(dpa/ap)
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