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Der "King of Pop" ist tot
Jackson war Wegbereiter des schwarzen Amerikas
Freitag, 26. Juni 2009 18:32
- Von Hajo Schumacher
Michael Jackson war der "King of Pop", und auf dem Weg dorthin war er Musikpionier, Exzentriker, ein auch monströser Mensch. Aber nicht nur das. Hajo Schumacher trauert um den Popstar, weil der seinen Anteil daran hatte, Amerika so weit zu bringen, dass es mit Barack Obama tatsächlich einen schwarzen Präsidenten wählte.
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Amerika unter Schock:
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Popstar Michael Jackson ist tot.
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Die Gerichtsmedizin in Los Angeles: Hier wird Michael Jackson obduziert.
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Polizisten haben das Gebäude abgesperrt.
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Davor stehen etliche Fahrzeuge von Rundfunksendern.
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Diese Webseite berichtete als erste vom Tod des Superstars.
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Er starb im Alter von 50 Jahren in Los Angeles.
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In dem Haus hinter diesem Tor erlitt Jackson einen tödlichen Herzstillstand.
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... vor dem Krankenhaus sind verzweifelt.
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Während sie weinend telefoniert, warten ...
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... sie auf Nachrichten aus dem Krankenhaus.
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Stille Trauer im Massenauflauf vor dem Krankenhaus.
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Bewegender Auftritt im UCLA Medical Center: Jermaine Jackson spricht über den Tod seines Bruders.
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Jackson bittet die Öffentlichkeit darum, die Privatsphäre der Familie zu respektieren.
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Schwester Janet Jackson beim Verlassen des Hospitals, ebenso wie ...
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... Mutter Katherine.
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In diesem Hubschrauber wird der Leichnam aus dem Hospital abtransportiert.
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In einem Wagen wurde der Leichnam zur Gerichtsmedizin gefahren.
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Dort sollen die sterblichen Überreste Michael Jacksons obduziert werden.
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Erinnerung an Jackson im Motown Museum in Detroit.
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Trauer am Walk of Fame in Hollywood.
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Hier wuchs der Kinderstar Michael Jackson auf: Gary, US-Bundesstaat Indiana.
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Diese 12-Jährige trauert in Gary.
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Hier wohnte Jackson.
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Er war ein Nachbar der Jacksons.
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Abschiedsgruß am Apollo Theater in New York.
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Geschockte Reaktionen am Times Square.
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Tränen in einem Plattenladen in Salt Lake City.
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Ruhe in Frieden!
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Als es dämmerte über dem Sterbeort, begann dieser Verkäufer, am UCLA Medical Center in Los Angeles mit der Vermarktung des Todes.
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International ist der Tod des Popstars auf den Titelseiten.
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Die Verkäufe seiner Alben zogen in vielen Ländern deutlich an.
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Als eine der ersten Medien informierte der Online-Dienst Twitter über Jacksons Tod.
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In Hong Kong sind die Video-Walls voll mit seinen Bildern.
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Fans trauern vor dem neuen Heim in Los Angeles.
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Im Wachsmuseum in Berlin ist bereits ein Kondolenz-Buch ausgelegt.
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Vor dem UCLA-Krankenhaus in Los Angeles bekundeten viele Fans ihre Trauer.
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Sein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame wird wohl nie verblassen.
Die ganze Welt tanzte zu seiner Musik, die ganze Welt erregte sich an seinen
Prozessen und nun erklärt die ganze Welt, warum Michael Jackson starb,
womöglich freiwillig. Eine zeitlang war er der größte Popstar der Welt – und
bis zuletzt wohl der öffentlichste Mensch der vergangenen Jahrzehnte. Jeder
meinte, ihn erklären und bewerten zu können.
Gut möglich aber, dass das Phänomen Michael
Jackson gar nicht zu verstehen ist. Vielleicht war dieses
Vollzeitbühnenwesen nicht mehr als eine hauchdünne Hülle, eine flüchtige
Leinwand, auf die das Publikum und vor allem er selbst Wünsche, Ängste und
Weltsichten projizierten. Vielleicht muss ein Mensch, der von und für die
Öffentlichkeit lebt, innerlich so gut wie leer sein.
Das globale Greinen um Jacksons Tod passt zur Flüchtigkeit seines Lebens. Eben
noch twitterte die Welt über den Iran, jetzt ein paar Tage zu Jacko. Nächste
Woche aber wird die globale Welle kollektiver, folgenloser
Instant-Betroffenheit schon weiter geschwappt sein. Der King of Pop war eben
auch Jedermanns King.
Wie viele Künstler war Michael Jackson ein Exzentriker,
wenn auch ein monströser, ein Mensch, der von sozialen Normen abwich. Von
Kindheit an wurde er gedrillt, das Anderssein zu perfektionieren. Erst Barry
Gordy, dann Quincy Jones waren die Musikgenies, die ihm in den Pop-Olymp
verhalfen – und auch zum Ausbruch aus dem Ghetto rein schwarzer Musik und
Popularität. So hat sich Michael Jackson gegen den Lauf der Welt gestemmt,
gegen das Schicksal, gegen alles, was Durchschnittsmenschen unabänderlich
erscheint. Er wollte eine andere Hautfarbe, ein anderes Gesicht, sich bis in
alle Ewigkeit tiefkühlen lassen, Kind bleiben, unschuldig, einfach, leicht,
ein zeitloses Märchenleben führen auf seiner Spielzeug-Ranch. Ob er Kinder
missbraucht hat oder vor allem ihre Nähe suchte, um ein paar angstfreie
Momente zu erleben, wird wohl nie geklärt werden.
Prominente und Weggefährten zum Tod Michael Jacksons
Michael Jackson hat alle Facetten des
amerikanischen Mythen-Arsenals durchlebt, größte Höhen, gruseligste Tiefen.
Sein Aufstieg stand für den Traum, dass jeder es bis nach oben schaffen
kann, der hart arbeitet und an sich glaubt. Daran glaubt dieses Land bis
heute. Jacksons Niedergang, markiert durch zuletzt eher kümmerliche
CD-Verkäufe und schwer durchschaubare Missbrauchs-Prozesse, repräsentiert
wiederum ein bigottes, inquisitorisches Amerika.
Michael Jackson war weit mehr als ein begnadeter
Tänzer, Musiker und Entertainer. Alles, was derzeit in den USA durch Obama
und Finanzkrise auf dem Prüfstand steht, hat Michael Jackson gleichsam als
gesellschaftlicher Pionier durchlebt: Rassenfrage, Fan-Hysterie,
Maßlosigkeit, Ruhm, Trug und am Ende grenzenlose Einsamkeit. Wie Martin
Luther King, O.J. Simpson oder Tupac Shakur gehörte auch Jackson zu jenen
afro-amerikanischen Grenzgängern, die Aufregung auslösten, aber auch
vielfältige gesellschaftliche Debatten, die die relative Unaufgeregtheit um
die Präsidentschaft Obamas erst möglich gemacht haben.