18.12.12

Malediven

Als die Touristen in Korallenhütten schliefen

Im Oktober 1972 gründeten Einheimische das erste Resort auf den Malediven. Daraus wurde eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Heute gilt die Inselgruppe als Spitzenreiter in Sachen Luxustourismus.

Foto: felixhug/eyesonasia.net

Am 3. Oktober 1972 setzten vier junge Malediver ihre Füße erstmals auf den weißen Strand der bis zu diesem Zeitpunkt unbewohnten Kokosnussinsel Vihamanafushi und gründeten das heute wohl bekannteste Inselresort der Malediven, „Kurumba Maldives“.

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Besäßen die Malediven eine Stimme, hätte so manches Atoll dieser Tage getönt "Ich hab's dir doch gesagt!" – und sich dabei ordentlich ins Fäustchen gelacht. Denn ausgerechnet der paradiesischsten aller Inselgruppen wurde noch vor 50 Jahren skeptisch prophezeit: "Das wird hier nix, mit dem Tourismus!"

Ausschlaggebend für das vernichtende Urteil war eine Mission der Vereinten Nationen in den 1960er-Jahren, die aufgrund der misslichen geografischen Lage für Industrie und Wirtschaft die damals komplett unerschlossenen Atolle für touristische Zwecke als ungeeignet erklärten.

Doch wie heißt es so schön: "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt …". Und so feiert südlich von Indien, inmitten des Ozeans, das älteste maledivische Resort "Kurumba" nicht nur sein 40-jähriges Bestehen sondern gleichermaßen den Abgesang einer mehr als pessimistischen Prophezeiung.

Die ersten Hütten wurden aus Korallen erbaut

So war das: Am 3. Oktober 1972 setzten vier junge Malediver ihre Füße erstmals auf den weißen Strand der bis zu diesem Zeitpunkt unbewohnten Kokosnussinsel Vihamanafushi und gründeten das heute wohl bekannteste Inselresort der Malediven, "Kurumba Maldives". Das Resort, dessen ursprünglicher Name "Kurumba Village" von dem Dhivehi-Wort für Kokosnuss stammt, zeugt noch heute von der Geschichte und Entwicklung der Malediven.

Die ersten 30 Hütten wurden damals aus Korallen des umliegenden Riffs, Kokosnussholz und Palmenblättern erbaut. Die ersten Gäste waren Rucksacktouristen, die sich nach Sonne, Sand und Meer sehnten und von ihren maledivischen Gastgebern mit selbst zubereiteten Speisen verpflegt wurden.

"Wir hatten damals nichts auf den Malediven. Keine Banken, kein Flughafen, kein Telefon. Ich war Koch, Gärtner und Zimmerservice in einem. Wir mussten alles selbst machen ...", beschreibt Herr Mohamed Umar Maniku, Vorstand von Universal Resorts Maldives, die Anfangszeit.

Harte Arbeit, die sich auszahlte: Noch immer in Privatbesitz, ist das Resort heute zu 96 Prozent ausgelastet. Es umfasst 180 luxuriöse Unterkünfte in unterschiedlichen Kategorien – vom Superior Room über die Pool Villa bis zur Royal Residence – und acht Restaurants mit internationalen und lokalen Spezialitäten.

Luxus-Hotelketten haben das Potenzial erkannt

Seit Ankunft der ersten europäischen Reisegruppe im Jahr 1972 wuchs die Anzahl der Touristen von 1000 auf 850.000 in mehr als 100 verschiedenen Resorts der Malediven. Die Inselgruppe erschließt seither 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes durch Einnahmen aus dem Tourismus und bietet mehr als 22.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Der Clou: 80 Prozent der Atoll-Resorts zählen zu den weltweit besten Hotelketten und gelten als absolute Luxus-Föderation in Sachen Wellness, Kulinarik und Design. Egal ob Waldorf Astoria, Shangri-La Hotels, die Park Hyatt Gruppe oder Designschmuckstücke wie Velassaru Maledives aus dem Hause Universal Resorts – sie alle haben das Potenzial der indischen Perlen erkannt und rechtzeitig investiert.

Jeder touristische Berater, der nur ansatzweise sein Geschäft versteht, wird bestätigen, dass ein Wachstum dieser Größenordnung – mit Verlaub – die absolute Königsliga erfolgreichen Marketings beschreibt.

Fast ein Fünftel der Gäste kommt wieder

Denn was die Paradies-Vermarkter innerhalb der letzten 40 Jahre erreicht haben, wünscht sich wohl jeder Hotelmanager und Reiseveranstalter: ein treues und vor allem umsatzstarkes Publikum. Nahezu ein Fünftel der Reisenden gelten gar als konstante Wiederkehrer, und angesichts von Raffaello-Träumereien, endlos weißen Stränden und fliegenden Kokosnüssen ist dieser Erfolg mehr als nachvollziehbar – mal abgesehen davon, dass dabei auch ordentlich die Reisekasse klingelt.

Bleibt nur ein herzliches "Willkommen auf den Malediven" zu wünschen – wo der Sand so weiß ist wie das Lächeln der Einheimischen, wo Fische glücklich im warmen Wasser umherdüsen, und wo das Wetter durchweg traumhaft ist.

Happy Birthday!

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