16.12.12

Newtown-Massaker

Vater von Adam L. spricht Opfern Beileid aus

Der Vater des Newtown-Schützen drückte den Angehörigen der Opfer sein tiefes Bedauern über die "enorme Tragödie" aus. Auch er sei schockiert und habe keine Erklärung für die Tat.

Foto: Reuters
Undated handout photo of Peter Lanza
Peter L., Vater des mutmaßlichen Amokschützen

Der Vater des mutmaßlichen Amokläufers von Newtown im US-Bundesstaat Connecticut hat mit Bestürzung auf das Blutbad reagiert. In einer von dem lokalen Fernsehsender WFSB verbreiteten Erklärung bekundet Peter Lanza Trauer und Erschütterung angesichts der Tat seines Sohnes Adam. "Unsere Herzen sind bei den Familien und Freunden, die Angehörige verloren haben, und bei allen, die verletzt wurden. Unsere Familie trauert mit allen denjenigen, die von dieser gewaltigen Tragödie betroffen sind", schreibt Lanza. Es gebe "keine Worte", um den Schmerz zu fassen.

"Auch wir fragen uns, warum", heißt es in der Erklärung weiter. "Wir arbeiten voll mit den Justizbehörden zusammen und werden es weiter tun." Peter Lanza ist der geschiedene Ehemann der ebenfalls getöteten Mutter des Amokschützen. Der 20-jährige Adam Lanza lebte bei seiner Mutter Nancy. Sie war mutmaßlich sein erstes Opfer, ehe er zur Sandy-Hook-Grundschule fuhr und dort 20 Kinder und sechs Erwachsene erschoss, bevor er sich selbst tötete. Seine Mutter besaß mehrere Schusswaffen.

Auch Familie der Mutter "traumatisiert"

"Wir teilen die Trauer der Gemeinde und des Landes, während wir den unglaublichen Verlust zu verstehen versuchen", ließ der Onkel des Täters mitteilen. Ein Sheriff in Kingston verlas die Stellungnahme, in der es hieß, die gesamte Familie sei traumatisiert. Der Bruder der getöteten Nancy Lanza ist ein pensionierter Polizeichef.

Entgegen ersten Berichten hatte die Mutter nach Polizeiangaben keine Verbindung zu der Schule gehabt. Zuvor hatte es geheißen, sie sei dort Lehrerin gewesen. Die Namen des Täters und der Mutter sollten erst nach Abschluss der Obduktion am Sonntag offiziell bekannt gegeben werden.

Nach Angaben aus Polizeikreisen wurde bei Lanza kein Abschiedsbrief gefunden. Polizeisprecher Paul Vance betonte aber, dass Ermittler "sehr gute Beweise" gefunden hätten, die möglicherweise Aufschluss über das Motiv des Täters geben könnten. Die Spurensuche am Tatort werde noch mindestens bis Sonntag andauern. Unter anderem wurden in der Schule zwei Pistolen, eine Glock und eine Sig Sauer, sowie ein Gewehr vom Typ Bushmaster Kaliber 223 entdeckt. Außerhalb der Schule lag noch eine vierte Waffe.

Ablauf der Tat wird klarer

Offiziell hielt sich die Polizei zu einem Motiv Lanzas, der von Bekannten als klug, aber eigenbrötlerisch beschrieben wurde und an einer autistischen Persönlichkeitsstörung gelitten haben soll, bedeckt. Der Nachrichtensender CNN berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, dass Lanza am Donnerstag – einen Tag vor der Tat – eine Auseinandersetzung mit vier Erwachsenen gehabt habe und drei von ihnen unter den Opfern seien. Offenbar sei es darum gegangen, dass Lanza nicht in die Schule gelassen wurde. Am Dienstag soll er außerdem versucht haben, sich eine Waffe zu kaufen. Die Taten verübte er aber mit den legal gekauften Waffen seiner Mutter.

Der Ablauf der Tat am Freitag wurde unterdessen immer klarer. Der Schütze erschoss in seinem Haus erst seine Mutter, bevor er mit ihrem Auto zur Sandy-Hook-Grundschule fuhr und sich dort gewaltsam Zugang verschaffte. Vance teilte mit, dass der Täter nicht aus freiem Willen in die Schule gelassen worden sei. Die Schule wurde offenbar abgeschlossen, sodass Außenstehende sie nicht betreten konnten. Wie genau Lanza eindrang, sagte Vance allerdings nicht.

Im Inneren stürmte er dann nach Angaben aus Ermittlerkreisen in zwei Klassenzimmer, wo er das Feuer eröffnete. In vielen anderen Klassenzimmern versperrten die Lehrer die Türen und kauerten mit ihren Schülern in einer Ecke, als ein Schulangestellter durch die Gänge rannte und sie vor dem Schützen warnte. Ein anderer schaltete die Lautsprecheranlage an, sodass alle in der Schule hören konnten, was vor sich ging. Inklusive dem Schützen und seiner Mutter starben 28 Menschen.

Quelle: AFP/dpa/cor
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