16.12.2012, 08:27

Unglück bei Koblenz Drei Bauarbeiter werden bei Brückeneinsturz begraben


Diese Fußgängerbrücke bei Koblenz sollte abgerissen werden. Bei den Arbeiten stürzte sie in

Foto: Sascha Ditscher / dapd

Diese Fußgängerbrücke bei Koblenz sollte abgerissen werden. Bei den Arbeiten stürzte sie in Foto: Sascha Ditscher / dapd

Die Männer waren in Urbar (Rheinland-Pfalz) mit dem Abriss beschäftigt, als ein Teilstück der Fußgängerbrücke zusammenkrachte.

Die Ursache für den Einsturz einer Fußgängerbrücke in Urbar bei Koblenz (Rheinland-Pfalz) ist noch unklar. "Die Spuren sind gesichert, ein Gutachten des Sachverständigen liegt allerdings noch nicht vor", sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. Die Bundesstraße 42 und eine Bahnstrecke, die unter der Brücke hindurchführten, blieben weiter gesperrt, vermutlich noch bis Montag.

Die Brücke war am Sonnabend gegen 18 Uhr eingestürzt. Dabei wurden sechs Arbeiter, die mit dem Abbau der Brücke beschäftigt waren, zum Teil schwer verletzt. Sie wurden unter den Trümmern begraben und mussten mit Spezialwerkzeug befreit werden.

So lag ein Bauarbeiter unter einem tonnenschweren Brückenteil begraben und musste mit Plasmaschneidern befreit werden. Insgesamt sechs Arbeiter wurden bei dem Unglück von den plötzlich herabstürzenden Trümmern getroffen, drei von ihnen verschüttet. Zwei der Männer zogen sich lebensgefährliche Verletzungen zu, eine Person verletzte sich schwer und drei weitere Menschen wurden leicht verletzt, wie der Leitende Notarzt sagte.

Unter zehn Tonnen schweren Trümmern begraben

Fast drei Stunden lang war der letzte der verschütteten Arbeiter unter dem Brückenteil eingeklemmt. Schließlich gelang es den Einsatzkräften, den lebensgefährlich Verletzten freizubekommen. Er wurde ärztlich versorgt und ins nahe Bundeswehrkrankenhaus Koblenz gefahren. "Der Mann hatte noch Glück", sagte der Notarzt. Vermutlich habe ein Baufahrzeug die Wucht des Aufpralls des auf mindestens zehn Tonnen geschätzten Trümmerteils beim Einsturz gedämpft.

Während der Rettungsaktion müssten Ingenieure immer wieder die Statik des zerstörten Bauwerks prüfen, betonte Feuerwehrsprecher Norbert Gras. Der Einsatz an den labilen Resten des Bauwerks war für die Retter äußerst riskant. Ein 500-Tonnen-Kran stand zwar parat, konnte aber bei der Rettungsaktion nicht eingesetzt werden, um das Leben des Verschütteten nicht zu gefährden. Behutsam arbeiteten sich die Feuerwehrleute an den Verschütteten heran.

Autofahrer waren nicht in Gefahr: Für die Abrissarbeiten war die viel befahrene Bundesstraße abgesperrt worden. "Die Rettungskräfte kamen daher schnell an die Unglücksstelle", sagte der Einsatzleiter und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vallendar, Fred Pretz.

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Die genaue Ursache für das Unglück steht noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. Laut Pretz stürzte das Brückenteil plötzlich herab, dabei befanden sich die sechs Arbeiter auf und unter der Brücke. "Wir hoffen jetzt, dass es den Verletzten bald wieder besser geht", sagte Pretz. Die Fuß- und Fahrzeugbrücke aus den 1960er-Jahren sollte ihm zufolge abgerissen werden, weil sie marode war und nicht mehr genutzt werden konnte.

An der Rettungsaktion waren etwa 90 Einsatzkräfte beteiligt.

(dapd/dpa/sei)
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