15.12.12

Massaker an Schule

Massenmörder Adam L. war ein unauffälliger Junge

28 Menschen starben durch die Kugeln, die der 20-jährige Adam L. abfeuerte. Im Jahrbuch seiner Schule gibt es kein Foto von ihm. "Kamerascheu" steht unter dem leeren Rahmen auf der Seite.

Foto: REUTERS

Trauer und Entsetzen sind in der Gemeinde in Connecticut immer noch grenzenlos.

8 Bilder

Das Massaker in der Sandy-Hook-Schule in Newtown (Connecticut) hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Die Einwohner in dem kleinen Ort sind fassungslos. Nach den tödlichen Schüssen fragen sich alle: Wer ist der Schütze, warum drehte er durch?

Viel ist nicht bekannt über den 20-jährigen Adam L., der gestern 20 Kinder in einer Schule, sechs Erwachsene und dann sich selbst erschoss. Auch seine eigene Mutter Nancy ist unter den Opfern, sie wurde erschossen im gemeinsamen Haus von der Polizei gefunden. Dort lebte auch Adam L. Seit Ende seiner Schulzeit ging er anscheinend keiner geregelten Arbeit nach.

Es ist ein großes Haus, das fast idyllisch auf einem Hügel mit einem großen Grundstück liegt. Die Familie war aus New Hampshire im Jahr 2007 in den Ort gezogen. Seine Mutter arbeitete als Lehrerin, er hatte einen Bruder, Ryan, der war vier Jahre älter als Adam. Der Vater ist leitender Angestellter bei einem großen Elektronikkonzern.

Adams Eltern hatten sich im September 2009 scheiden lassen. Der Vater, Peter L., ist wieder verheiratet und lebt mit seiner neuen Familie nicht weit von Newtown entfernt.

Still, ruhig, introvertiert

Nachbarn beschreiben Adam L. als ruhig und introvertiert. Er sei ein stiller, schlaksiger Junge gewesen, nie auffällig geworden. Ein Mitschüler aus seiner ehemaligen Klasse beschreibt ihn als "hochintelligent". In seinem Jahrbuch gebe es allerdings kein Foto von ihm, berichten amerikanische Medien. "Kamerascheu" stehe unter dem leeren Rahmen auf der Seite. Er habe wenige bis gar keine Freunde gehabt. Weder auf der Schule noch danach. Aber er sei deswegen nicht gehänselt worden. "Man ließ ihn einfach in Ruhe", so der Mitschüler.

Während seiner grausamen Tat soll Adam kein Wort gesagt haben. Die Polizei sagte, der Schütze habe sehr genau geschossen. "Er hat nur ein einziges Opfer verwundet, alle anderen waren sofort tot.", sagte ein Polizeisprecher. Die Kinder, die Adam L. tötete, waren fünf bis zehn Jahre alt. In zwei Klassen hatte er um sich geschossen.

Der Amokläufer war selber in der Sandy-Hook-Grundschule Schüler gewesen, und seine Mutter hatte dort vor einigen Jahren gearbeitet. Das muss auch der Grund sein, warum die Direktorin der Schule den Jungen überhaupt in das Gebäude ließ. Wenige Minuten später wurde sie von Adam L. erschossen, genauso wie die Schulpsychologin.

Leichte Form von Autismus

Ein Mitglied der Familie sagte dem US-Sender CNN, Adam habe eine leichte Form von Autismus gehabt. Seine Tante, Marsha L., wehrte sich in den Medien gegen Kritik an den Eltern. "Adam ist liebevoll und fürsorglich aufgezogen worden. Seine Mutter war sehr aufmerksam und hätte keine Sekunde gezögert, Adam medizinische oder psychologische Hilfe zukommen zu lassen, wenn es nötig gewesen wäre", sagte sie im US-Fernsehen.

Sein Bruder Ryan arbeitet bei Ernst & Young und erfuhr auf der Arbeitsstelle von dem Massaker, das sein Bruder verübt hatte. Er machte sich augenblicklich auf den Weg zu seinem Elternhaus, wurde aber von der Polizei vorher festgenommen und verhört. Er habe seit 2010 keinen Kontakt mehr zu Adam gehabt, soll er ausgesagt haben.

Adam hatte während des Massakers Ausweise dabeigehabt, die eigentlich Ryan gehörten. Ryan und auch sein Vater sind mittlerweile von den Ermittlern wieder freigelassen worden. Sie haben nichts mit den Taten des Bruders und Sohnes zu tun.

Quelle: cor
Quelle: dapd
15.12.12 1:47 min.
28 Tote, darunter zahlreiche Schulkinder, das ist die entsetzliche Bilanz des Amoklaufs eines 20-Jährigen in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut. Lähmende Trauer lässt die USA erstarren.
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