15.12.12

USA

Amoklauf in Schule - Polizei spricht von "Bild des Grauens"

Ein 20-Jähriger soll im US-Bundesstaat Connecticut 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet haben. Unter den Opfern ist auch seine Mutter.

Foto: REUTERS

Drama in den USA: An einer Schule wurden Dutzende Menschen getötet. Unter ihnen zahlreiche Kinder.

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Der Amoklauf an einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut mit 27 Toten hat die USA in einen tiefen Schock gestürzt. Es handelt sich um eines der schlimmsten Massaker in der Geschichte des Landes.

Bei einer Rede im US-Fernsehen konnte Präsident Barack Obama die Tränen kaum zurückhalten. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte er. Noch liegen die Motive der Tat im Dunklen. Doch die Debatte über die laxen Waffengesetze ist neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht zu Sonnabend eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab.

Nach Angaben des TV-Senders CNN identifizierten die Behörden den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Adam L. Ermittler sprachen von einem "Bild des Grauens". Unter den Toten sind 20 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Zudem starben in der Schule sechs Erwachsene, darunter die Rektorin und ein Psychologe. Der Amokläufer, der laut Medienberichten ein Sturmgewehr und zwei Pistolen mit sich führte, tötete sich offenbar selbst.

Das Verbrechen ereignete sich kurz nach Schulbeginn am Freitag 9.30 Uhr (Ortszeit, 15.30 Uhr MEZ) in der Kleinstadt Newtown etwa 130 Kilometer nordöstlich von New York. Hunderte Menschen gedachten am Abend in einem Gottesdienst in der Stadt der Opfer des Massakers.

Mutter arbeitete als Lehrerin an der Schule

Zusätzlich zu den Toten in der Schule habe man die Leiche der Mutter des Amokläufers in einer Wohnung in Newtown gefunden, berichtete CNN. Nancy L. habe als Lehrerin an der Schule gearbeitet. Unklar sei aber, wann sie genau getötet wurde. Auch ist noch nicht offiziell geklärt, ob der Amokläufer ebenfalls für diese Tat verantwortlich ist.

Zunächst hatten US-Medien den Täter als den 24-jährigen Ryan L. identifiziert. Später hieß es aber, sein 20 Jahre alter Bruder Adam habe die Tat begangen. Laut dem Sender NBC trug er den Personalausweis seines Bruders bei sich. Ryan werde von der Polizei befragt, berichteten mehrere TV-Sender.

Die Bluttat in der Schule spielte sich innerhalb von wenigen Minuten ab, erklärten Ermittler. Nach Berichten von Augenzeugen gab der Amokläufer bis zu 100 Schüsse ab. "Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört", schilderte ein Junge die Szene.

Nähere Angaben über den mutmaßlichen Täter lagen zunächst nicht vor. Es hieß lediglich, er sei bisher nicht polizeiauffällig gewesen. Der TV-Sender CNN sprach von möglichen psychischen Problemen des Mannes, nannte aber keine Einzelheiten.

Amokläufer trug schusssichere Weste

Der Mann sei ganz in schwarz gekleidet in die Sandy Hook Elementary School eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Er habe zudem eine schusssichere Weste getragen. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen. Einige versteckten sich nach Angaben von Augenzeugen in einer Toilette, andere in einem Schrank. Ein Kind berichtete, die Lehrer hätten sie mit der Begründung aus der Schule geführt, dass es dort "ein wildes Tier" gebe.

Die Polizei stellte drei Waffen sicher: Ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen. Alle drei Waffen seien legal erworben worden und auf den Namen der Mutter registriert, berichteten Medien.

Polizei gab keinen einzigen Schuss ab

Amerika steht nach der Gräueltat unter Schock, Politiker suchten verzweifelt nach Worten. Obama sagte, derartige Tragödien passierten zu häufig in den USA. Er deutete die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetzte vorzugehen. Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Dan Malloy, sagte: "Das Böse hat unsere Gemeinde besucht. Es ist eine schreckliche Zeit."

Nach Angaben der Polizei waren 18 der Kinder auf der Stelle tot, zwei weitere starben später im Krankenhaus. Die endgültige Identifizierung der 26 Opfer wird frühestens im Laufe des Sonnaben abgeschlossen werden. Es handele sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte ein Polizeisprecher. Es gebe derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und 6 Erwachsenen. Die Familien seien entsprechend informiert worden.

Der Todesschütze verübte offenbar Selbstmord: Nach Angaben der Behörden gaben die Polizisten bei ihrem Einsatz keinen Schuss ab.

Quelle: dpa/sei
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