14.12.12

Conneticut

Blutbad an US-Grundschule - Verwirrung um Täter

Bei einer Schießerei an einer Grundschule in den USA sind Dutzende Menschen getötet worden. Die Identität des Täters sorgt für Verwirrung.

Foto: REUTERS

Drama in den USA: An einer Schule wurden Dutzende Menschen getötet. Unter ihnen zahlreiche Kinder.

9 Bilder

Bei der Schießerei in einer Grundschule im US-Staat Connecticut sind am Freitag Polizeiangaben zufolge mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter 20 Kinder. Zwei der Kinder starben kurz nach der Tat im Krankenhaus, eine weitere Person überlebte schwer verletzt.

Unter den Toten befinde sich neben dem Direktor, einem Schulpsychologen sowie einer Lehrerin auch der Schütze, berichteten mehrere Fernsehsender. Demnach wurde die Leiche des Täters in einem der Klassenräume entdeckt. Er soll vier Schusswaffen - darunter ein Gewehr - bei sich gehabt haben.

Unklar war zunächst, ob der mutmaßliche Schütze von der Polizei erschossen wurde oder ob er sich selbst umbrachte. Die Zeitung "New York Times" berichtete, dass sich der Amokläufer selbst tötete.

Identität des Täters unklar

US-amerikanische Medien hatten zunächst berichtet, der getötete Schütze sei der 24 Jahre alte Ryan L. Seine Mutter soll Lehrerin an der Schule gewesen und eine der Toten sein. Später hieß es jedoch, Ryan L. werde von der Polizei verhört. Er sei in Tarnkleidung in einem nahe gelegenen Wald entdeckt worden. Bei dem Todesschützen handele es sich vermutlich um dessen Bruder Adam L. (20).

Dieser soll demnach zuerst seinen Vater in New Jersey getötet haben. Danach fuhr er vermutlich zu der Schule in Newtown nordöstlich von New York, an der seine Mutter arbeitete, berichtete der Sender "Fox News".

Polizeisprecher Paul Vance konnte die Identität des Amokläufers in einer Pressekonferenz nicht bestätigen, sprach aber von nur einem Tatverdächtigen.

Das Facebook-Profil von Ryan L. wurde noch am Abend gelöscht, zu diesem Zeitpunkt hatten bereits Tausende das Bild von L. geteilt. Kurze Zeit später wurde ein neues Profil auf dem sozialen Netzwerk unter dem Namen Ryan L.'s angelegt. Dort luden User Fotos vom Tatort und Bilder von Ryan L. hoch, andere posteten Beschimpfungen. Nur wenig später erschien auf Facebook ein weiteres, neu angelegtes Profil, diesmal unter dem Namen von Adam L. Auch dort posteten User Bilder und Kommentare.

Schütze trug kugelsichere Weste

Der Schütze sei ganz in Schwarz gekleidet gewesen und habe eine kugelsichere Weste getragen, hieß es unter Berufung auf Augenzeugen. Sie sprachen von chaotischen Szenen. Demnach eröffnete der Mann um kurz nach 9.30 Uhr Ortszeit das Feuer auf einem Flur, er habe mindestens 100 Schüsse abgegeben, sagte eine Schülerin einem Lokalsender. Fox News berichtete hingegen, der Schütze habe in einer Vorschulklasse um sich geschossen und dabei auch seine Mutter getötet.

Viele Kinder wurden nach den Schüssen aus dem Gebäude geführt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass einige von ihnen weinten. Rettungswagen fuhren vor der Schule vor. Eltern versammelten sich in der Nähe des Gebäudes, während ein Hubschrauber in der Luft kreiste. Die Schulverwaltung erklärte, Schulen des Bezirks seien abgeriegelt worden.

"Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehörte", schilderte ein Junge. Wenig später seien Polizisten und Lehrer in sein Klassenzimmer gestürmt und hätten die Schüler aus dem Raum gedrängt. Sie seien dann in ein nahe gelegenes Feuerwehrhaus gebracht worden. Dort wurden die Kinder dann von ihren überglücklichen Eltern in die Arme geschlossen.

Der sichtlich erschütterte US-Präsident Barack Obama rang in einer Ansprache kurz nach dem Blutbad um Fassung. Obama forderte Konsequenzen. "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht", sagte er am Freitag in Washington. "Wir müssen zusammenkommen (...) , um mehr Tragödien wie diese zu verhindern – ohne Rücksicht auf Parteipolitik."

"Die Mehrheit derjenigen, die heute gestorben sind, waren Kinder, wunderschöne kleine Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren", sagte Obama. "Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich – Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, eigene Kinder." Obama musste seine Erklärung im Weißen Haus mehrfach unterbrechen, atmete schwer durch und wischte sich Tränen aus den Augen.

In Washington versammelten sich vor dem Weißen Haus zahlreiche Menschen, um für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren.

Quelle: dpa/Reuters/dapd/AFP/Bloomberg/mim
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Erotik-Roman Erster heißer Trailer zu "Fifty Shades of…
Gaza-Konflikt Vermittlungen zwischen Hamas und Israel erfolglos
James Rodriguez Das ist der neue 80-Millionen-Mann von Real Madrid
Tschechien Starke Regenfälle überschwemmen Straßen in Prag
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. KommentareAntisemitismusWer Wulff applaudierte, muss sich gegen Exzesse stellen
  2. 2. DeutschlandBerliner Al-Kuds-Tag"Brüder im Islam, lasst euch nicht provozieren"
  3. 3. AuslandSicherheitskabinettIsrael lehnt Waffenruhe im Gazastreifen ab
  4. 4. AuslandNahostkonfliktKilometerlange Tunnel, gegraben mit der Hand
  5. 5. EnergieRosneftUS-Sanktionen schocken Russlands Ölgiganten
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

"Tatort"-Krise

Furtwängler & Co. – "Tatort"-Kommissare zum Weinen

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote