14.12.2012, 16:45

Tabubruch Sesamstraße holt die Scheidung aus dem Giftschrank


Abby Cadabby ist eine der neueren Figuren aus der „Sesamstraße“

Foto: Peter_Foley / dpa

Abby Cadabby ist eine der neueren Figuren aus der „Sesamstraße“ Foto: Peter_Foley / dpa

Die Legende bricht ein Tabu: Zum ersten Mal hat sich die US-Ausgabe der „Sesamstraße“ mit dem Thema Scheidung auseinandergesetzt. Noch im Jahr 1992 war eine Folge dazu in den Giftschrank gekommen.

Die Kinderserie "Sesamstraße" hat sich in den USA erstmals in mehr als 40 Jahren mit dem Thema Scheidung befasst. In einer nur online veröffentlichten Episode erzählt die rosafarbene Fee Abby Cadabby von dem Leben mit ihren geschiedenen Eltern, wie US-Medien berichteten.

"Kleine Kinder, große Herausforderungen", ist die Episode betitelt. "Du kannst durch all diese Veränderungen in der Familie wachsen und entdecken, wie stark du wirklich bist", heißt es im Begleittext.

Mit dem Angebot wollen die Macher der weltbekannten "Sesamstraße" nach eigenen Angaben betroffenen Familien und Kindern helfen. Zuvor sei bereits 1992 eine Episode über die Scheidung der Eltern des Mammuts Mr. Snuffleupagus produziert worden, berichtete der US-Sender NBC. Sie sei jedoch nie ausgestrahlt worden, nachdem Kinder bei Testvorführungen geweint hätten.

Serie mit Trennungskindern

Die deutsche Fassung der "Sesamstraße" war da fortschrittlicher. Nach den Worten einer NDR-Sprecherin steht die "Lebenswirklichkeit der Kinder" immer im Mittelpunkt. "Deshalb gehörten und gehören Themen wie Trennung, Scheidung und natürlich die Wahrnehmung der Kinder selbstverständlich dazu", betonte die Sendervertreterin.

"2005 bis 2007 beispielsweise wohnten in der Sesamstraße die Puppen Moni und Lena. Moni, eine alleinerziehende, berufstätige Mutter und Lena, ihre Tochter, ein rosafarbenes Monsterbaby", brachte die Sprecherin als Beispiel.

"Etwa zur selben Zeit wurde eine Reihe mit Realfilmen produziert, in denen auch Trennungskinder aus ihrem Alltag berichteten. Sie zeigten dabei etwa ihre beiden Zimmer in der Wohnung des Vaters und der Mutter und erklärten, wie sie abwechselnd bei beiden Elternteilen leben."

(dpa/kami)
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