15.12.12

Musik-Casting

Nick Howard ist "The Voice of Germany"

Auf Sat.1 wurde nach der Stimme Deutschlands gesucht. Robbie Williams eröffnete mit den vier verbliebenen Kandidaten die Show, am Ende setzte sich sein britischer Landsmann Nick Howard durch.

Von Ligia Dana Tudorica
Foto: dpa/pa

Der Sänger Nick Howard vom Team Rea ist der Sieger von "The Voice".

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"Es kann nur einen geben" – dieses Mantra gilt nicht nur für den Highlander, sondern steht auch am Ende jeder Castingshow. Der Gewinner der zweiten Staffel von "The Voice of Germany", Nick Howard, scheint dies beherzigt zu haben.

Mit dem dazu passenden Song "Unbreakable" entschied der gebürtige Brite das Finale auf Sat.1 für sich. Mit 41,04 Prozent der Zuschauerstimmen setzte er sich gegen seine drei Konkurrenten Isabell Schmidt (28,86 Prozent), Michael Lane (22,20 Prozent) und James Borges (7,89 Prozent) durch.

Den Auftakt bestritten die vier Finalisten gemeinsam mit Robbie Williams zu dessen Song "Candy", bevor sie später für jeweils drei Auftritte zu Konkurrenten wurden. Zum Zuschauer-Voting per Anruf oder SMS wurden zusätzlich die Downloads ihrer selbst geschriebenen Songs gezählt – dabei wurde ein Download wie zwei Anrufe während der Show gewertet. Kurz nach Beginn, um 20.24 Uhr, belegte Isabell Schmidt im Ranking noch vor Nick Howard den ersten Platz. Zweieinhalb Stunden später musste sie diesen aber an Nick abgeben und fiel sogar auf Platz drei, hinter Michael Lane zurück.

Kein eindeutiger Favorit bis zum Schluss

Die Leistung der finalen Talente zeigte sich den gesamten Abend über relativ gleichwertig. Bis zum Schluss zeichnete sich kein klarer Favorit ab. Rea Garvey, bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, feierte sich gleich zu Beginn der Show schon scherzhaft als Sieger, als er den Jungs von The BossHoss attestierte, sie hätten als Titelverteidiger einen guten Job gemacht. Auch wenn BossHoss-Schützling James am Ende auf dem letzten Platz landete, sein Duett mit Nelly Furtado zu ihrem Song "Waiting for the night" stand dem Duett des Gewinners aus Team Rea mit Emeli Sandé zu "Read all about it" in nichts nach.

Gute Kritiken konnten beide Sänger für sich verbuchen. "His voice is very spectacular", schwärmte Nelly Furtado über die Zusammenarbeit mit James. Singer-Songwriterin Emeli Sandé war sich ebenfalls sicher, dass Nick Howard mit seinem Ehrgeiz und seiner Leidenschaft weit kommen werde, sie seien viel wichtiger als gute Kontakte. Star-Unterstützung bekamen natürlich auch Isabell Schmidt mit Birdy und Michael Lane mit Leona Lewis, deren Karriere 2006 mit dem Sieg in der britischen Ausgabe der Castingshow "X-Factor" begann.

Duette bildeten überhaupt die Höhepunkte der Abschlussshow. Auch mit ihren jeweiligen Coaches standen Nick, Isabell, Michael und James das erste Mal auf der Bühne. Nur Nena gab zu, dass sie mit Isabell schon einmal heimlich die The-Voice-Bühne gerockt hat. Vor ihrem Song "Finderlohn" mit Nena und Samy Deluxe machte auch Isabell ein Geständnis. Im Einspieler verriet sie, an den "Blind Auditions" teilgenommen zu haben, weil sie "nur mal ins Fernsehen wollte". Eine Motivation, die Isabell mit ihrem Kontrahenten James Borges teilt. Auch er gab zu, er "wollte nur mal dabei sein".

Vom "Method Acting" zum "Method Singing"

Eigentlich machten die Gemeinsamkeiten der vier verbliebenen Talente das Finale der zweiten Staffel von "The Voice of Germany" aus, nicht ihre Unterschiede. Nick, Isabell, Michael und James sind alles Typen, die man getrost als Mädchen oder Jungen von nebenan bezeichnen darf. Die "angenehme, zurückhaltende Art", die Nena am Freitagabend Isabell zusprach, trifft auf alle Finalisten gleichermaßen zu: Isabell singt lieber, als sich zu unterhalten, auch Michael überzeugt mit seiner Stimme, nicht mit seinem Hüftschwung, Nick Howard und James Borges strahlen, sobald sie ihre Gitarre in der Hand halten.

Es erinnerte an einen griechischen Chor, als die Kandidaten nach ihrem jeweiligen Auftritt mit ihrem Coach eine Variation von "es war eine Ehre" oder "es war ein besonderes Erlebnis" von sich gaben. Nick Howard und Rea Garvey ließen sich für "One day like this" von Streichern und dem "Berlin Pop Choir" begleiten. Ebenfalls von Streichern unterstützt wurden Xavier Naidoo und Michael Lane bei ihrer gemeinsamen Interpretation von "Cruisin'". In der Vorbereitung kamen sogar Kniffe aus dem "Method Acting" zum Einsatz. Coach und Schützling setzten sich ins Auto, cruisten – also fuhren ziellos umher – und übten dabei ihren Song ein. Eine Strategie, die sich gelohnt hat: Nena fand: "Musikalisch der schönste Auftritt."

Mit Whiskey und Zigarette ins Finale

Das im wahrsten Sinne des Wortes ungewöhnlichste Duett des Abends lieferte Team BossHoss: eine Country-Version von "It's not unusual". Damit bewiesen die Jungs erneut, dass sie sich was trauen. Im Halbfinale zeigten sie bereits Mut zum Anderssein und schickten James Borges als "Mr. Bojangles" mit Whiskey und Zigarette auf die Bühne. Genüssliche Requisiten, die man heutzutage nur noch auf ZDF Kultur bei Roche & Böhmermann sieht. Eben "Different" – wie Robbie Williams' aktueller Titel, den der britische Popstar live zum ersten Mal im deutschen TV präsentierte.

Wegen genau solcher Momente schaltet der Fernsehzuschauer bei einem Format wie "The Voice" ein. Auch wenn seit geraumer Zeit sinkende Einschaltquoten eine Castingshow-Ermüdung an ähnlichen Konzepten wie "X-Factor" oder "Das Supertalent" zeigen. Selbst bei der Sat.1-ProSieben-Castingshow fielen die Quoten von mehr als fünf Millionen Zuschauern zu Beginn auf weniger als drei Millionen im Halbfinale.

Neben den engagierten Coaches ("Es heißt Team Rea, aber eigentlich heißt es Team Nick") und den sexy O-Beinen von Moderator Thore Schölermann bleiben die "Blind Auditions" offenbar der stärkste Grund, die Fernbedienung zu betätigen.

Die dritte Staffel ist bereits in Planung, und für die ganz junge Zielgruppe geht demnächst "The Voice Kids" auf Sendung.

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