13.12.12

Prophezeiung

Maya-Experten sagen den Weltuntergang am 21.12. ab

Alles nur ein Missverständnis: Am 21. Dezember geht die Welt doch nicht unter. Die Apokalypse komme erst in mehreren Quadrilliarden Jahren.

Foto: dpa

Abgesagt: Der Weltuntergang fällt aus. Maya-Experten sagen, die Inschriften seien missverstanden worden
Abgesagt: Der Weltuntergang fällt aus. Maya-Experten sagen, die Inschriften seien missverstanden worden

Der von den Maya angeblich prophezeite Weltuntergang am 21. Dezember 2012 beruht nach Angaben Hamburger Experten auf einem Missverständnis. Tatsächlich markiere das Datum nur den Beginn eines neuen Zeitalters, sagte der Historiker Lars Frühsorge am Donnerstag in Hamburg.

Das belegten auch die schriftlichen Hinterlassenschaften des Indio-Volkes. "In den Inschriften steht nirgendwo, dass die Welt untergeht", sagte auch der wissenschaftliche Leiter des Völkerkundemuseums, Bernd Schmelz. Dort wird derzeit noch eine Ausstellung über die Maya gezeigt. Zum 21. Dezember lässt es zwei Maya-Priester aus Guatemala einfliegen, um den "Weltübergang" zu feiern.

Schmelz wies darauf hin, dass auch heute noch rund sechs Millionen Maya in Zentralamerika leben, die sogenannten neuen Maya. Noch vor ein paar Jahren habe das Datum 21.12.12 bei diesen Maya "gar keine Rolle" gespielt. Die Bedeutung sei auch durch den weltweiten Medienhype an die Maya herangetragen worden.

Besorgte Anrufer erkundigen sich nach Weltuntergang

Zwar bekomme das Museum gelegentlich Anrufe von besorgten Bürgern, die sich nach dem nahenden Weltuntergang erkundigten, berichtete Schmelz. Die Weltuntergangs-Theorie sei inzwischen jedoch widerlegt, erklärte Frühsorge. Michael Coe, ein US-amerikanischer Forscher, habe die Theorie in den 1960er Jahren aufgestellt.

Die Maya seien davon ausgegangen, dass es vor unserer Welt schon eine andere Welt gegeben habe, die nach 5200 Jahren untergegangen sei. Am 21.12.2012 wird unsere Welt nach dem Maya-Kalender ebenfalls 5200 Jahre alt. Coe hatte daraus geschlossen, dass auch sie dann untergehen müsse. Inzwischen seien in alten Inschriften der Maya jedoch Prophezeiungen gefunden worden, die viel weiter in die Zukunft reichen als das Jahr 2012 – sogar "mehrere Quadrilliarden" Jahre. Dies zeige, dass die Maya damit rechneten, dass die Welt nach 2012 weitergeht.

Die beiden Maya-Priester werden im Museum ein traditionelles Ritual mit Tanz und Musik vollziehen, außerdem werden spirituelle Praktiken wie Yoga, Meditation und Kartenlesen angeboten. Das Museum rechnet mit über 1000 Besuchern.

Quelle: dpa/bee
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