12.12.12

Fettnapf

Boris Becker erntet "Shitstorm" für Twitter-Meldung

Auf Twitter freute sich Boris Becker über den "Nobelpreis für die Kanzlerin". Nicht nur da lag der Ex-Tennisprofi völlig falsch. In nur zwei Sätzen brachte Becker gleich vier gröbere Fehler unter.

Foto: dapd

Boris Becker polarisiert. Auf Twitter kann man das derzeit wunderbar nachvollziehen
Boris Becker polarisiert. Auf Twitter kann man das derzeit wunderbar nachvollziehen

Die Europäische Union ist am Montag in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Einen hat das offensichtlich ganz besonders gefreut: Boris Becker.

Der Ex-Tennisprofi schrieb in der Nacht zu Dienstag auf Twitter: "Großer Bewunderer von Angela Merkel! Ich bin sehr stolz und werde Patriot, als sie Friedensnobelpreis gewonnen hat!"

Shitstorm für Wissenslücken

Auf den Eintrag folgten prompt zahlreiche Wutbeiträge von anderen Usern in dem sozialen Kurznachrichtendienst. "Ich werde an dem Tag Patriot, an dem @Becker_Boris wegen schier unfassbarer Idiotie die Staatsbürgerschaft aberkannt wird", lautete nur eine von vielen ähnlich klingenden Reaktionen.

Ein anderer erzürnte sich über Beckers Doppelmoral: "Werter Herr @Becker_Boris Patrioten zahlen auch in Deutschland ihre Steuern. Gruß nach London!" Ein rauer verbaler Wind blies dem einstigen Wimbledon-Sieger entgegen.

Bildungsdrama in vier Akten

Grund für die Entrüstung war der gleich in mehreren Aspekten fehlerhafte Tweet von Becker. Sozusagen ein Bildungsdrama in vier Akten: Erstens wäre da die offensichtlich falsche Grammatik. Das "als" ersetzt in der Satzstruktur vermutlich ein "weil".

Zweitens wurde nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Friedensnobelpreis geehrt, sondern die EU. Merkel nahm lediglich als eine von mehreren europäischen Spitzenpolitikern die Würdigung entgegen.

Vom Wimbledon-Sieger zum Brüssel-Patrioten

Drittens: Einen Nobelpreis kann man nicht "gewinnen", wie Becker schreibt, sondern höchstens verliehen bekommen oder damit ausgezeichnet werden. Es findet zuvor kein Wettkampf statt, wie etwa auf dem Tenniscourt.

Viertens und zu guter Letzt kann es sich streng genommen bei Beckers Gefühlsausbruch auch nicht um Patriotismus handeln. Denn laut Wikipedia – und hier darf man der Internet-Enzyklopädie ruhig vertrauen – ist Patriotismus "eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation". Doch die EU ist keine Nation, sondern eine bürokratische Organisation. Selbst Europa ist keine Nation, auch wenn der Kontinent es manchmal gern wäre.

Beckers Patriotismusschub kann sich also letztlich nur auf Deutschland beziehen. Und Deutschland hat den Preis ebensowenig bekommen wie die Kanzlerin.

Fans stellen sich hinter Becker

Nach zahlreichen Wutbeiträgen über Beckers mangelnde Kenntnisse stellen sich seine Fans jedoch hinter ihn. "@Becker_Boris danke für Ihre Worte zum #Friedensnobelpreis. Ich mag Europa und die Idee dahinter. Lass die anderen meckern, Neider allesamt", schreibt ein User an "Bobbele", wie ihn manche Fans liebevoll nennen.

Und letztlich hat Becker auch eine einigermaßen plausible Antwort für sein Malheur auf Lager. Es lag wohl an der späten Stunde, in der Becker den Tweet abgelassen hat: "Was fuer 1Reaktion in der Twitterwelt,wenn man etwas ueber Merkel,Dankbarkeit und Patriotismus twitschert ...nachts um 2h!?"

Quelle: oje
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