09.12.12

Crash in Hessen

Lufthansapilot unter den Opfern der Flugzeugkollision

Ein Flugzeugcrash hat in Hessen acht Menschen das Leben gekostet. Auch ein Lufthansapilot ist unter den Toten. Schneefall erschwert die Untersuchung der Katastrophe.

Foto: dpa

Bei einer Kollision von zwei Kleinflugzeugen sind in Hessen acht Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen vier Kinder.

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Beim Zusammenstoß zweier Kleinflugzeuge in Hessen sind am Samstag acht Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Pilot der Lufthansa. Eine Sprecherin der Luftfahrtgesellschaft bestätigte am Sonntag in Frankfurt Medienberichte, wonach der erfahrene Berufspilot in einer der beiden Maschinen gesessen haben soll.

Eines der schwersten Unglücke der letzten Jahre

Sein Flugzeug war in rund einem Kilometer Höhe mit einem anderen Flieger zusammengeprallt. Beide Maschinen zerschellten nahe Wölfersheim nördlich von Frankfurt am Main auf einem Feld. Die acht Insassen, vier Kinder und vier Erwachsene, starben. Es war eines der bundesweit schwersten Flugzeugunglücke der vergangenen Jahre.

In einer der Maschinen, einem Kleinflugzeug der Marke Robin, sollen sich ein Kind und zwei Erwachsene, darunter wohl auch der Lufthansapilot, befunden haben. Sie waren von Koblenz nach Reichelsheim im Wetteraukreis unterwegs und befanden sich im Landeanflug.

Der Hessische Rundfunk meldete, der Tower des Flugplatzes in Reichelsheim habe bis kurz vor dem Absturz Funkkontakt zu dem Lufthansapiloten gehabt. Im anderen Kleinflugzeug der Marke Piper saßen offenbar zwei Erwachsene und drei Kinder, die auf dem Weg von Stadtlohn nach Aschaffenburg waren.

Polizei schließt schlechte Sicht als Unfallursache aus

Beide Flugzeuge waren auf einem Feldstück zerschellt, das sich unmittelbar an der Bundesstraße 455 befindet. Die Absturzstellen haben einen Abstand von rund 400 Metern, das Trümmerfeld erstreckt sich über mindestens einen Quadratkilometer.

Die Leichen wurden nach dem Unglück in eine nahe gelegene Friedhofshalle gebracht. Die Identität der Toten sei bisher noch nicht gesichert, sagte Oberstaatsanwältin Ute Sehlbach-Schellenberg von der Staatsanwaltschaft in Gießen am Sonntag. Genaueres könne erst ab Montag gesagt werden. Laut Polizei sollte dann die Obduktion der Opfer beginnen.

Die Unglücksursache war laut Polizei und Staatsanwaltschaft auch am Sonntag noch unklar. Bislang könne nur spekuliert werden, ob es sich um ein technisches Problem oder einen Pilotenfehler gehandelt habe, sagte ein Polizeisprecher. Da das Wetter am Samstagnachmittag aber gut gewesen sei und sogar die Sonne geschienen habe, könne wohl ausgeschlossen werden, dass schlechte Sicht zu dem Zusammenstoß der Maschinen geführt habe, schätzte der Sprecher.

Erste Zeugen des Unglücks melden sich

Die Ermittler suchten am Sonntag im Trümmerfeld weiter nach Hinweisen. Allerdings behinderte der in der Nacht einsetzende Schneefall die Untersuchungen. Der Deutsche Wetterdienst hatte für Hessen sogar eine Unwetterwarnung wegen teilweise heftiger Schneefälle herausgegeben. Nach Angaben der Polizei haben sich inzwischen erste Zeugen des Unglücks gemeldet.

Die vier Experten des Bundesamts für Flugunfalluntersuchung (BFU), die am Sonntagmorgen an der Unglücksstelle bei Wölfersheim eintrafen, erwarteten wegen des teils starken Schneefalls und Windböen langwierige Ermittlungen. Die Wracks seien mit Planen abgedeckt worden, um Spuren zu sichern. Die Kleinteile seien aber weit zerstreut, hieß es.

Quelle: dapd/wos
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