09.12.12

Scherzanruf

Moderatoren wollen nach Tod von Krankenschwester reden

Nach ihrem Telefonstreich und seinen tragischen Folgen wollen die beiden australischen Radiomoderatoren sich jetzt öffentlich äußern.

Foto: REUTERS

Mel Greig (L) and Michael Christian wurden seit Tagen nicht in der Öffentlichkeit gesehen
Mel Greig (L) and Michael Christian wurden seit Tagen nicht in der Öffentlichkeit gesehen

Die australischen Radiomoderatoren, die nach dem Tod einer Londoner Krankenschwester in der Kritik stehen, wollen sich öffentlich äußern. Die beiden seien aber nach ihrem Scherzanruf, bei dem die Schwester fälschlicherweise annahm, die Queen persönlich sei am Apparat, am Boden zerstört und in intensiver Therapie, sagte ein Sprecher der Firma Southern Cross Austereo, dem der Radiosender 2DayFM gehört. Einen Zeitpunkt für die Stellungnahme gebe es noch nicht. Die Schwester, die den Anruf des Senders angenommen hatte, wurde am Freitag tot in ihrer Wohnung gefunden.

Die Radiomoderatoren Mel Greig und Michael Christian wurden seit Tagen nicht in der Öffentlichkeit gesehen. Sie hatten vergangenen Dienstag das Krankenhaus in London angerufen, in dem Kate, die schwangere Frau von Prinz William, wegen Übelkeit behandelt wurde.

Der Anruf ging um kurz nach 5 Uhr morgens ein. Mel Greig fragte mit affektiertem britischen Akzent, ob sie "mit Kate, meiner Enkelin" sprechen könne. Die Schwester nahm an, es handele sich um die Königin, stellte die Identität nicht infrage und stellte den Anruf zur Station durch, wo eine Kollegin Auskunft über den Zustand von Kate gab.

Die Geschichte ging um die Welt. Das Krankenhaus entschuldigte sich bei den Royals und teilte mit, die internen Regeln im Umgang mit Anrufern würden überprüft.

Führung von Radiosender berät über Telefonstreich

Nach dem Telefonstreich haben die Eigentümer des Senders eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Bei dem Treffen der Führung des Medienkonzerns Southern Cross Austereo (SCA) am Sonntag werde es um den Brief des Krankenhauschefs Simon Glenarthur an den verantwortlichen Sender 2Day FM gehen, sagte der SCA-Vorsitzende Max Moore-Wilton der Zeitung "Sydney Morning Herald". Glenarthur hatte Moore-Wilton in dem Brief aufgefordert, dafür zu sorgen, dass sich so ein Telefonstreich nicht wiederholen könne.

Klinikchef Glenarthur hatte in seinem Brief "auf das Schärfste" gegen den Telefonstreich protestiert. Die unmittelbare Folge des "vorsätzlichen und unüberlegten" Streichs sei die "Demütigung zweier aufopfernder Krankenschwestern" gewesen, die nur ihren Job gemacht hätten, nämlich sich um die Patienten zu kümmern, hieß es in dem Brief. Die zweite Folge, der Tod einer der beiden Pflegerinnen, sei "unbeschreiblich tragisch". Dass der Anruf nicht nur aufgezeichnet, sondern anschließend mit Genehmigung durch höhere Stellen des Senders auch ausgestrahlt worden sei, sei "wahrhaft entsetzlich".

Quelle: AFP/dpa/nbo
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Luftgitarre Japanerin ist Air-Guitar-Weltmeisterin
Kubanische Moves 97-Jährige tanzt wild durch Havanna
Spitzenposition Donald Tusk wird neuer EU-Ratspräsident
Golanhöhen Philippinische UN-Blauhelmsoldaten frei
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. DeutschlandLandtagswahl SachsenLeitbild der AfD ist eine "rechte demokratische Politik"
  2. 2. Deutschland4,95 ProzentNPD verpasst Einzug in Sächsischen Landtag
  3. 3. DeutschlandParteivizeKubicki stellt der FDP eine erschütternde Diagnose
  4. 4. AuslandUkraine-KonfliktSteinmeier warnt vor Annexion einer "Krimbrücke"
  5. 5. AuslandRusslands PräsidentWladimir Putins gefährliches Bild von sich selbst
Top Bildershows mehr
Bürgermeister-Karriere

Klaus Wowereit und der Abstieg vom Gipfel

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Hinter den Kulissen

Tage der offenen Tür bei der Bundesregierung

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote