08.12.12

"7 Psychos"

Wer cleverer sein will als Quentin Tarantino...

… der fällt auch mal auf die Schnauze: Martin McDonaghs Thriller-Komödie versucht sich in absurden Situationen und Meta-Spielereien. An das große Vorbild kommt er nicht heran.

Filme über das Filmemachen: Drehbuchautoren lieben sie, beim Publikum fallen sie regelmäßig durch. Allzu selbstreferenziell und betont clever wirken Filme meist, in denen der langwierige und oft absurde Prozess der Filmproduktion geschildert wird. Dass die von Colin Farrell gespielte Hauptfigur in "7 Psychos" Marty heißt, darf man als autobiografischen Hinweis von Autor und Regisseur Martin McDonagh verstehen. Schon lange ein erfolgreicher Theaterautor, wurde er durch "Brügge sehen…und sterben?" zum begehrten Filmregisseur.

Der aber, wenn man seinem filmischen Alter Ego glauben darf, an erheblicher Schreibblockade litt. Und vor allem mit den Fallstricken des Hollywoodsystems zu kämpfen hatte, dass am liebsten in Schubladen denkt und nach dem erfolgreichen Gangsterfilm "Brügge…" nur zu gern einen weiteren erfolgreichen Gangsterfilm von McDonagh gesehen hätte. Der jedoch hat hehrere Ambitionen und schrieb stattdessen ein höchst verschachteltes, selbstreflexives Stück Kino, das fundamental daran leidet, den Kuchen behalten und ihn gleichzeitig essen zu wollen.

Marty (Colin Farrell) ist Drehbuchautor, der an einem neuen Drehbuch arbeitet, von dem er nur den Titel kennt: 7 Psychos. Da ihm bis auf seinen Kumpel Billy (Sam Rockwell), der zusammen mit Hans (Christopher Walken) Hunde entführt und sie den Besitzern zurückverkauft, keine Psychos einfallen, gibt er eine Anzeige auf: Psychos gesucht.

Der Autor sucht Psychos per Zeitungsanzeige

Tatsächlich melden sich einige verrückte Figuren, die Marty verrückte Geschichten auftischen, die vielleicht wahr, vielleicht erfunden sind. Gleichzeitig begehen Billy und Hans den Fehler, den Hund des Gangsters Charlie (Woody Harrelson) zu stehlen, der ganz eindeutig ein Psycho ist. So sieht sich das Trio mit filmreifen Problemen konfrontiert, die möglicherweise tatsächlich nur Ausgeburt der Phantasie eines Drehbuchautors sind.

Hätte Martin McDonagh mit "Brügge…" nicht sein eigenes Talent bewiesen, man würde "7 Psychos" als banalen Tarantino-Abklatsch bezeichnen. Absurde Situation, plakative Gewalt und nicht zuletzt ein groß aufspielender Christopher Walken erinnern an die große Zeit Tarantinos. Doch auch dessen Meta-Spielereien, Figuren, die über das diskutieren, was sie in der filmischen Welt gerade erleben, Wendungen des Drehbuchs, die betont deutlich angekündigt werden, sind inzwischen kaum mehr als ein Klischee.

Und so amüsant viele einzelne Szenen von "7 Psychos" auch sind, am Ende sind es nicht mehr als Momente, die sich nicht zu einem Ganzen formen. Dass McDonagh sich zudem gleichzeitig über Rollenklischees und Stereotype lustig machen will, sie aber auch selbst bedient macht seinen zweiten Langfilm nicht konsequenter. Hollywood wirklich ins Maul schauen – das hat er sich dann doch nicht getraut.

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