07.12.2012, 10:26

Würdigung Mitglieder von Pussy Riot erhalten Preis von Radiosender


Zwei Mitglieder der russischen Punk-Band Pussy Riot haben am Donnerstagabend in Bochum einen Sonderpreis des WDR-Jugendsender „1Live“ entgegengenommen

Foto: Henning Kaiser / dpa

Zwei Mitglieder der russischen Punk-Band Pussy Riot haben am Donnerstagabend in Bochum einen Sonderpreis des WDR-Jugendsender „1Live“ entgegengenommen Foto: Henning Kaiser / dpa

Mit Masken über dem Gesicht und verzerrten Stimmen nehmen die russischen Musikerinnen den Preis des Senders „1Live“ entgegen.

Zwei Musikerinnen der kremlkritischen Frauen-Punkband Pussy Riot haben bei der Verleihung der "1Live Krone" am Donnerstag in Bochum einen Sonderpreis entgegengenommen. Sie traten mit Strumpfmasken ins Rampenlicht, um unerkannt zu bleiben.

"Wir glauben aufrichtig daran: Gemeinsam können wir die weltweite politische Mafia entlarven", sagte eine der Frauen mit technisch verzerrter Stimme in ihrer Dankesrede. Der Preis des WDR-Jugendsenders sei "von besonderer Bedeutung und eine große Unterstützung für uns", sagte sie. Er stehe für Solidarität mit allen Oppositionskünstlern in Russland.

"Die Staatsmacht geht brachial und lächerlich vor", so die Musikerin. Wladimir Putin habe "die Hose voll, eine Mikrobe kann den Präsidenten zugrunde richten."

Preis für Pussy Riot: "Recht auf Meinungsäußerung in Russland"

Mit dem Sonderpreis würdigt der Radiosender "den mutigen Einsatz der Band gegen staatliche Bevormundung und für das Recht auf freie Meinungsäußerung in Russland". Überreicht wurde die "Krone" von HipHop-Musiker Smudo von den Fantastischen Vier.

Mehrere Mitglieder von Pussy Riot hatten im Februar in einer Moskauer Kirche gegen die Wiederwahl von Präsident Wladimir Putin protestiert. Zwei der jungen Frauen sitzen nach einem umstrittenen Prozess in Lagerhaft. Ihre beiden Bandkolleginnen begrüßten die knapp 1400 Zuschauer in Bochum mit Standing Ovations.

Im November war die Band nach ihrer umstrittenen Nominierung für den Luther-Preis "Das unerschrockene Wort" bei der Jury durchgefallen. Die Nominierung der feministischen Band durch die Stadt Wittenberg war bis zuletzt heftig umstritten und hatte wochenlang zu Debatten geführt.

(BMO)
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