06.12.12

Bückeburg

Soldatin könnte Vergewaltigung in Kaserne erfunden haben

Eine angeblich im August vergewaltigte Soldatin soll sich die Tat ausgedacht haben. Ermittler hätten früh an ihren Aussagen gezweifelt.

Foto: dpa

In der Bückeburger Kaserne sind gut 100 Soldaten ständig stationiert
In der Bückeburger Kaserne sind gut 100 Soldaten ständig stationiert

Eine nach eigenen Angaben in einer Kaserne in Bückeburg vergewaltigte Soldatin hat das Verbrechen möglicherweise erfunden. Die Polizei vermutet nach Medienberichten, dass die 25-Jährige den sexuellen Übergriff im August vorgetäuscht hat.

Die abschließende Bewertung stehe noch aus, sagte dazu am Donnerstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Bückeburg. Aus Ermittlerkreisen wurde bestätigt, dass schon früh der Verdacht bestand, die Unteroffizierin sage nicht die Wahrheit. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und die "Bild"-Zeitung hatten am Donnerstag über die mögliche Wendung berichtet. Die Soldatin soll am 12. August dieses Jahres in dem gesicherten Bundeswehrgebäude von einem Unbekannten vergewaltigt und anschließend gefesselt und geknebelt in einen Spind gesperrt worden sein.

Vergewaltigungen in der Bundeswehr "absolute Einzelfälle"

In der Bückeburger Kaserne sind nach Bundeswehrangaben gut 100 Soldaten ständig stationiert. Dazu kommen 200 bis 300 Lehrgangsteilnehmer. Die Kaserne gehört zur Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg. Fremde haben es schwer, auf das gesicherte Gelände der Kaserne zu gelangen.

Seit 2001 ist die Bundeswehr in allen Bereichen für Frauen geöffnet, ihr Anteil liegt bei etwa zehn Prozent. Vergewaltigungen in der Bundeswehr seien absolute Einzelfälle, hatte ein Sprecher des Wehrbeauftragten erklärt. In einer 2008 veröffentlichten Untersuchung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr berichteten allerdings fünf Prozent der befragten Soldatinnen von versuchten oder tatsächlichen sexuellen Übergriffen.

"Es gibt Fälle sexueller Belästigung in der Bundeswehr", sagte der Direktor des Instituts, Prof. Ernst-Christoph Meier. Allerdings sei das in der Befragung aus dem Jahr 2005 festgestellte Ausmaß eher geringer als in anderen Streitkräften oder in der privaten Wirtschaft. "Ich weiß, dass die Bundeswehr gemeldete Vorfälle konsequent ahndet und der Prävention hohe Bedeutung beigemessen wird", erklärte Meier. Seit 2011 laufe eine neue Studie zur Integration von Frauen in der Bundeswehr. Erste Ergebnisse werden noch in diesem Jahr erwartet.

Quelle: BM/dpa
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