05.12.12

Vorsicht, Zuhörer!

Die peinlichsten Mikrofon-Pannen aller Zeiten

Die RTL-Moderatorin Katja Burkard lästerte in ihrer Sendung "Punkt 12" bei laufendem Mikrofon über US-Sängerin Kesha: "Wat ne Schlampe". Solche Pannen passieren immer wieder. Eine Auswahl.

Foto: RTL, ARD/WDR, pa/dpa

Katja Burkard, Jörg Schönenborn und Barack Obama unterliefen legendäre Mikrofonpannen
Katja Burkard, Jörg Schönenborn und Barack Obama unterliefen legendäre Mikrofonpannen

Am Montag kam es beim RTL-Magazin "Punkt 12" zu einer peinlichen Situation. Moderatorin Katja Burkard lästerte während eines Beitrags über US-Sängerin Kesha. Was Burkard nicht wusste: Jemand hatte vergessen, ihr Mikrofon stumm zu schalten. So konnte das Fernsehpublikum die Moderatorin über die Sängerin lästern hören: "Wat ne Schlampe".

Burkard hat sich bereits dafür entschuldigt. Der "Bild"-Zeitung sagte sie: "Zu einer kleinen technischen Panne, die bei Livesendungen immer passieren kann, kam mein persönlicher Ausrutscher dazu. Mir tut dieser Satz leid."

Reagan droht Russland mit Bombardierung

Zu Mikrofon-Pannen kommt es immer wieder. Unvergessen etwa die Rede von US-Präsident Ronald Reagan am 11. August 1984: "Liebe Landsleute, ich freue mich, Ihnen heute mitteilen zu können, dass ich ein Gesetz unterzeichnet habe, das Russland für vogelfrei erklärt. Wir beginnen in fünf Minuten mit der Bombardierung".

Dabei wollte sich Regan nur warmreden und mit seinen Mitarbeitern scherzen. Doch fatalerweise wurde die Rede später tatsächlich – mit Hinweis auf die Panne – übertragen. Reagan entschuldigte sich.

Wahlstudio ertönt im Tatort-Finale

Beim dramatischen Finale des "Tatorts" am 6. Mai 2012 gab es eine störenden Tonpanne. Kurz vor Schluss liegt der von Kugeln durchlöcherte Ermittler Cenk Batu im Sterben, da ertönt plötzlich die Stimme von ARD-Wahlmoderator Jörg Schönenborn: "Ja, machste zwei 1:30, Lutz macht das immer", und eine unbekannte Frau sagt "Nur so, dass die kleinen Haare (...) da weg sind".

Am selben Tag fand in Schleswig-Holstein Landtagswahl statt. Durch die Hektik in den Studios kam es vermutlich zu dem Versehen. Der NDR entschuldigte sich bereits im Anschluss an den Tatort.

Obama braucht "mehr Raum"

Auch US-Präsident Barack Obama ist bereits ein Mikrofon-Missgeschick unterlaufen: Im März 2012, am Rande des Nukleargipfels in Südkorea, nahmen Mikrofone einen vertraulichen Dialog Obamas mit dem damaligen russischen Präsidenten Dimitri Medwedew auf.

Es ging um das umstrittene Raketenabwehrprojekt in Osteuropa, das Russland als Bedrohung sieht. Obama bat um "mehr Raum", da er nach der Wahl im November mehr "Flexibilität" habe. Solche Worte sind eigentlich nicht für das Ohr der Öffentlichkeit bestimmt.

Legendäre Mikrofon-Pannen

Nicht wenige Mikrofon-Missgeschicke unterliefen George W. Bush. Kurz nach seiner ersten Wahl sagte er zum schwedischen Ministerpräsidenten:

"Es ist unglaublich, dass ich gewonnen habe. Ich bin angetreten gegen Frieden, gegen Wohlstand und gegen die Verfassung."

Was er nicht wusste: das Mikro war noch an.

Im Jahr 2006 passierte dem unglücklichen Präsidenten Bush das nächste Malheur. Bei einem Mittagessen mit dem britischen Premier Tony Blair während des G8-Gipfels in St. Petersburg, stellte Bush geopolitische Überlegungen an, wobei ihm ein Kraftausdruck herausrutschte:

"Was sie tun müssen, ist, Syrien dazu zu bringen, dass es die Hisbollah dazu bringt, mit diesem Scheiß aufzuhören – und dann ist die Sache gelöst." Wen er mit "sie" meinte, blieb unklar.

Während der Halbzeit einer Fußballübertragung im österreichischen Fernsehen, schaltete das Studio nach einem Beitrag zu schnell wieder an den Spielfeldrand. Dort plauderte der Moderator noch mit Experte Herbert Prohaska locker über das Spiel, als Prohaska sagte:

"Da sind ein paar Hurenkinder dabei".

Diese Worte waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Der ehemalige Teamchef Prohaska bestreit bis heute, dass er damit die Spieler gemeint habe.

Der ehemalige britische Premierminister John Major bezeichnete sich während der Aufzeichnung zu einem TV-Interview selbst als "Waschlappen".

Euroskeptische Minister aus seinem Kabinett nannte er "Bastarde".

Ein vertrauliches Gespräch zwischen Barack Obama und dem ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy wurde mitgeschnitten, als beide über Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lästerten. Sarkozy soll über Netanjahu gesagt haben:

"Ich kann ihn nicht mehr sehen, das ist ein Lügner".

Auch eine respektlose Bemerkung vom sonst so steifen Prinz Charles ging dank eines offenen Mikros um die halbe Welt. Über einen BBC-Reporter raunte der britische Thronfolger seinen Söhnen zu:

"Furchtbar, der Typ" und "Grässliche Leute, ich kann den nicht ausstehen."

Quelle: oje
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