03.12.12

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Katholisches Hetzportal kreuz.net bleibt weiter offline

Das Internetportal kreuz.net lässt sich seit dem Wochenende nicht mehr öffnen. Zuletzt war dort gegen Dirk Bach gehetzt worden.

Foto: dapd

Der Betreiber des konservativen österreichischen Portals kath.net, Roland Noé, ist offenbar ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten
Der Betreiber des konservativen österreichischen Portals kath.net, Roland Noé, ist offenbar ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten

Die am Wochenende vom Netz genommene radikale katholische Website kreuz.net bleibt weiter offline. Das Internet-Portal mit rassistischen und homosexuellen-feindlichen Beiträgen ließ sich auch am Montag nicht öffnen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt seit längerem wegen Volksverhetzung gegen die Betreiber der Internetseite. Es blieb unklar, ob die auf den Bahamas registrierte Website dauerhaft abgeschaltet bleibt. Der Verfassungsschutz hatte die Seite auch wegen muslimfeindlicher und antisemitischer Äußerungen ins Visier genommen. Auf kreuz.net war zuletzt unter anderem gegen den Anfang Oktober gestorbenen, homosexuellen Schauspieler Dirk Bach gehetzt worden.

Im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen kreuz.net ist nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" auch der Betreiber des konservativen österreichischen Portals kath.net, Roland Noé, ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Seine Internetplattform wurde dem Bericht zufolge seit der Gründung 2001 bis 2005 von den österreichischen Bischöfen unterstützt. Danach habe sie unter anderem eine Finanzspritze von jährlich 20.000 Euro von der Organisation "Kirche in Not" bekommen.

Priester sollen an kreuz.net beteiligt sein

Der Koordinator von "Stoppt kreuz.net", David Berger, vermutet unterdessen laut "Spiegel Online", dass mindestens drei Österreicher an kreuz.net"beteiligt sind oder waren, darunter zwei Priester.

Das Hetzportal kreuz.net war am Sonntag aus dem Internet verschwunden. Die Seite konnte nicht mehr aufgerufen werden. Berger sieht darin eine Reaktion auf den öffentlichen Druck. Denkbar sei, dass die Betreiber eine Weile in Deckung gingen und auf ein Abflauen des medialen Sturms hofften, oder sie planten einen Umzug von Domain und Server oder einen kompletten Neuaufbau unter neuem Namen, sagte Berger der Kölner Zeitung.

Auf den Seiten des Portals fanden sich unter anderem Hasstiraden gegen Homosexuelle. Nach Hetzartikeln über den verstorbenen Schauspieler Dirk Bach hatte die Kampagne "Stoppt kreuz.net" für juristisch verwertbare Informationen über die Hintermänner eine Belohnung von 15.000 Euro ausgesetzt. Inzwischen konnten der Zeitung zufolge die Namen von mindestens einem halben Dutzend Verdächtiger ausfindig gemacht und an die Staatsanwaltschaft übergeben werden. Hinter den anonymen Machern der umstrittenen Internetseite kreuz.net werden erzreaktionäre, rechtslastige Kirchenkreise vermutet.

Quelle: dapd/dpa/nbo
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