01.12.12

Finderlohn

US-Star muss Kfz-Meister eine Million Dollar zahlen

Beim Gassigehen fand ein Kfz-Meister aus Dormagen den Computer eines Hip-Hop-Stars aus den USA. Der hatte einen üppigen Finderlohn ausgesetzt, wollte aber nicht zahlen. Jetzt urteilte ein Gericht.

Foto: picture alliance / abaca

US-Sänger Ryan Leslie mit Begleitung bei einer Gala in New York
US-Sänger Ryan Leslie mit Begleitung bei einer Gala in New York

Einem Kfz-Meister aus Dormagen wurde von einem New Yorker Gericht ein Finderlohn in Höhe von einer Million US-Dollar zugesprochen. Die Summe war von dem amerikanischen Hip-Hop-Star Ryan Leslie ("Maybachs&Diamonds") ausgelobt, aber nie bezahlt worden.

Im November 2010 hatte der 54-jährige Armin Augstein, Besitzer einer Autowerkstatt, beim Spaziergang mit seinem Hund eine Laptop-Tasche samt Inhalt gefunden, wie die Bild-Zeitung berichtet.

In der Tasche befanden sich unter anderem der Computer und der Reisepass Leslies. Vier Wochen zuvor war dem Sänger die Tasche bei einem Auftritt in Köln gestohlen worden. Augstein gab den Fund ordnungsgemäß bei der Polizei ab.

"Alles ist weg. Bitte helft mir."

Zuhause tippte er dann im Internet den Namen des US-Künstlers ein und staunte nicht schlecht: Leslie hatte bereits eine Suchaktion per Youtube-Video geschaltet. "Meine Werkzeuge, meine Musik sind auf dem Laptop. Alles ist weg. Bitte helft mir", fleht er in dem Clip.

Zudem lobt Leslie darin einen Finderlohn von 20.000 Dollar aus und fordert den Finder auf, an eine eingeblendete Email-Adresse zu schreiben. Augstein schrieb an die Adresse, doch Leslie reagierte nicht. Später erhöhte der Sänger die Summe sogar auf eine Million Dollar, wollte diese dann aber nicht zahlen, da die Dateien auf dem Computer wie er behauptete unbrauchbar seien.

Augstein verklagte den Künstler daraufhin und bekam nun vor einem New Yorker Gericht Recht. Die Jury entschied einstimmig, dass Leslie die versprochene Summe auch zahlen muss. Mit versteinerter Miene nahm der Sänger das Urteil zur Kenntnis, wie die New York Post berichtet. Zuvor hatte er sich noch lustig gemacht, er würde "entweder einen Check schreiben müssen oder sich einen Maserati kaufen".

Hühnchen nicht essen, bevor es gerupft ist

Die New York Post sprach von einer "Lehrstunde für einen Hip-Hop-Star, der sein Versprechen nicht hält". Das brachte Leslie offenbar so auf die Palme, dass er bei einem Konzertauftritt nach der Verhandlung ein Exemplar der Zeitung verbrannte und das Video ebenfalls ins Internet stellte.

Für Kfz-Meister Augstein ist das Urteil wie ein Lottogewinn. Trotzdem will er sich nicht zu früh freuen. Feiern will er erst, wenn das Geld auch wirklich da ist. "Oder wie wir in Deutschland sagen: Du kannst das Hühnchen nicht essen, bevor es gerupft ist", sagte er gegenüber der New York Post.

Quelle: DW/cc
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