29.11.12

Schauspiel-Comeback

Clint Eastwood ist doch wieder "Back in the Game"

Der Baseballfilm "Back in the Game" dreht sich um das Comeback von Sportlern, mit denen niemand mehr rechnet. Clint Eastwood spielt wieder selbst, Regie und Drehbuch überlässt er leider dem Nachwuchs.

Eigentlich ist doch längst Schluss. Vor vier Jahren hat sich Clint Eastwood mit "Gran Torino" als Schauspieler verabschiedet. Er wolle nur noch hinter der Kamera stehen, ließ er damals verlauten. Aber da ist er wieder, in "Trouble with the Curve", das der deutsche Verleih nicht ohne Ironie "Back in the Game" umgetauft hat.

Zurück im Spiel, das ist auch Mister Eastwood. Gleich am Anfang steht er mit heruntergelassener Hose vor dem Klo und pinkelt daneben. Er stolpert danach über seine Möbel und rammt den Wagen gleich zwei Mal in der Garage. Eastwood spielt einen Baseball-Talentsucher, dem man nicht recht trauen mag. Weil er ein klares Problem mit den Augen hat. Aber davon nichts wissen will.

Baseball rettet das Familienglück

"Back in the Game" handelt von Baseball, ein Sport, der es bei uns nicht leicht hat und dessen Regeln eher nicht so bekannt sind. Und überhaupt ist der Sportfilm das schwierigste aller Filmgenres, weil es so starr ist und so vorhersehbar. Eastwood aber hat das Genre schon zwei Mal revolutioniert, indem er immer etwas ganz anderes erzählte: Der Boxerfilm "Million Dollar Baby" wurde plötzlich ein Sterbehilfsdrama, der Football-Film "Invictus" zum Südafrika-Drama.

"Back in the Game" nun handelt zwar auch von jungen Baseballern, aber eigentlich von den alten Herren, die die Mannschaften leiten. Und alle bald auf der Reservebank landen. Und es ist auch ein Familiendrama: Denn der alte Grantler macht seinen Freunden solche Sorgen, dass sie seine Tochter (Amy Adams) bewegen, ihn zu besuchen und zu unterstützen. Natürlich haben sich die beiden nicht gerade viel zu sagen.

Aber natürlich wird das alles durch den Baseball anders. "Million Dollar Baby" und "Invictus" waren vom Meister selbst inszeniert. "Back in the Game" aber hat Eastwood an Robert Lorenz abgegeben, der seit 1994 in Eastwoods Produktionsfirma Malpensa als Koproduzent arbeitet und nun mit "Back in the Game" sein spätes Regiedebüt hinlegt.

Eastwood spielt die Rolle überragend

Auch Drehbuchautor Randy Brown legt hier sein erstes Script vor. Das Doppeldebüt sieht man dem Film leider an: Auch bei Eastwood wäre es so altmodisch erzählt worden, das passt ja auch zu den alten Herren im Film. Aber so geradlinig, so ermüdend vorhersehbar wäre es wohl nicht ausgefallen. Was bleibt, ist ein alle überragender Eastwood, zwei Ko-Stars (Amy Adams, Justin Timberlake), die gegen ihn anspielen. Und der Trick, dass man mit den Ohren manchmal besser sieht. Das gilt übrigens auch für dieses Drama, dass man getrost mit geschlossenen Augen verfolgen kann.

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