28.11.12

Angus T. Jones

Two-and-a-Half-Men-Star bereut Lästerei

Angus T. Jones ist nach seinem Boykott-Aufruf der TV-Serie "Two and a Half Men" wieder zurückgerudert. Er habe weder gleichgültig noch respektlos gegenüber seinen Kollegen sein wollen, erklärte er.

Es ist ein schockierendes Video. Darauf zu sehen: ein ziemlich verstört wirkender und sehr junger Mann mit wirrem Haar und Brille auf einem Sofa. Er spricht über die beliebte amerikanische Fernsehserie "Two and a Half Men". Der junge Mann sagt: "Hört auf, sie anzuschauen." Dann fällt das Wort "filth", Dreck.

Schockierend an dem Video ist: Der sehr junge Mann mit den wirren Haaren spielt selbst in der beliebten Fernsehserie mit. Im wirklichen Leben heißt er Angus T. Jones; in der Serie heißt er Jake Harper – ein fauler Teenager, der Kartoffelchips in sich hineinfrisst, Joints raucht und vor allem sein Wohlergehen im Sinn hat.

Für diese schauspielerische Leistung kassiert Angus T. Jones angeblich Millionen; er spielt in "Two and a Half Men" mit, seit er zehn Jahre alt ist. Aber nun will er aussteigen. Es sei nicht in Ordnung, sagt er, wenn ein Christ in "Two and a Half Men" zu sehen sei. Dies suggeriere nämlich, ein christlicher Lebenswandel könne mit dieser Art von Unterhaltung zu vereinbart werden – und das sei nun einmal nicht wahr.

Das schockierende Video stammt von einer Webseite, die sich "Forward Chronicles" nennt. Während Angus T. Jones sein Bekenntnis vor uns ausbreitet, sitzt auf dem Sofa neben ihm ein junger, schwarzer Mann. Er heißt Christopher Hudson und ist der Kopf, der hinter der Webseite steckt: ein Anhänger der Siebenten-Tags-Adventisten, dessen feurige Predigten durch das Internet geistern.

Fanatischer Prediger mit wirren Theorien

Christopher Hudson verabscheut die amerikanische Spaßgesellschaft aus tiefstem Herzen: Satan, sagte er in einem Interview, bediene sich "der Musikindustrie und der Modebranche, die uns auf einer sehr tiefen Ebene locken und unsere Sinne ansprechen, um uns aus einer vernünftigen, rationalen Beziehung mit Gott herauszuführen".

Selbstverständlich war Hudson gegen die Wiederwahl von Präsident Obama – als er dann doch gewählt wurde, warnte Christopher Hudson in einem Video vor der Schwulenehe, der Legalisierung von Marihuana und Hurrikan "Sandy". 2009 deckte der Prediger eine Verschwörung auf: Der Rapper JayZ, so enthüllte er, sei in Wahrheit ein Freimaurer. Mit seiner Musik feiere er, dass er innerhalb der Organisation aufgestiegen sei, bis er sich endlich mit dem Teufel verbinden konnte. Auch der Rapper Kanye West und die Pop-Sängerin Rihanna seien Teil der Kabale.

Mentor Hudson verbreitet Verschwörungstherorien

Weitere Verschwörungen: Osama Bin Laden sei gar nicht erst 2011 getötet worden, sondern heimlich schon 2007 umgekommen. Der Tod von Michael Jackson sei geschickt eingefädelt worden, damit der Papst sein Programm einer Neuordnung der Welt durch eine neue Wirtschaftsordnung verkünden konnte, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Selbstbefriedigung sei ein "unnatürlicher Akt".

Auf seiner Webseite "Forward Chronicles" bezieht sich Hudson auf die Offenbarung des Johannes – jenen Teil des Neuen Testaments, der von der Endzeit handelt, in der die "große Hure Babylon" (mit der das römische Reich gemeint war) die Macht hat und die Herrschaft des Antichrist der Wiederkehr Jesu vorausgeht. Die Stunde des Jüngsten Gerichts sei da, schreibt Hudson; die Menschen müssten der Hure Babylon den Rücken zukehren. Bei dem antichristlichen "Tier", von dem in der Offenbarung die Rede sei, handle es sich um die römisch-katholische Kirche; schon bald würden Staat und Kirche auch in Amerika verschmolzen werden, dies werde dann das letzte Stadium der Menschheitsgeschichte einleiten.

Entschuldigung folgte rasch

Das ist also der geistige Mentor, dem Angus T. Jones sich in die Arme geworfen hat. Er habe nach der Scheidung seiner Eltern zur Religion gefunden, sagte der 19-Jährige. Davor habe er es mit Drogen versucht: "Wenn ich jetzt zurückschaue, dann sehe ich, dass der Feind versucht hat, mich in eine andere Richtung zu schubsen. Aber Gott hat mich in letzter Sekunde da herausgeholt", erklärte er.

Allerdings scheint in der Zwischenzeit irgendjemand Angus T. Jones darüber aufgeklärt zu haben, dass man als Star einer Fernsehserie nicht einfach so aussteigen kann; dass es viel Geld kostet, wenn man vertragsbrüchig wird.

Jones hat sich also für seine christliche Schimpftirade entschuldigt: Er sei, erklärte er in einer öffentlichen Stellungnahme, den Produzenten von "Two and a Half Men" und seinen Kollegen zu großem Dank verpflichtet. In dieser Serie mitzuspielen, sei "die wichtigste Erfahrung" seines Lebens gewesen. Er habe nicht die Absicht gehabt, sich respektlos oder gleichgültig über sie zu äußern. Mit anderen Worten: Spaß, Spaß! Alles nicht so gemeint.

Im Neuen Testament aber steht: "Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." (Matthäus 6,24) Irgendwann wird Angus T. Jones sich entscheiden müssen. Nach Stand der Dinge tippen wir stark auf Mammon.

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