27.11.12

Staatsanwaltschaft

Gasofen verursachte Großbrand in Behindertenwerkstatt

14 Menschen waren bei der Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt gestorben. Jetzt steht fest: Eine Gasverpuffung löste das Unglück aus.

Foto: dapd

Großeinsatz der Feuerwehr in Titisee-Neustadt in einer Behinderteneinrichtung:

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Ein Gasofen hat die Brandkatastrophe mit 14 Toten in einer Behindertenwerkstatt in Baden-Württemberg verursacht. Es sei unkontrolliert Gas ausgetreten und verpufft, teilte Staatsanwalt Peter Häberle in Titisee-Neustadt am Dienstag mit.

Das Gas sei aus der Flasche eines Heizgeräts in der Werkstatt ausgetreten und habe sich entzündet. Alle 14 späteren Opfer hätten sich zum Zeitpunkt der Explosion im Raum mit dem Gasofen befunden. Warum das Gas unkontrolliert freigesetzt wurde, sei noch unklar. "Die Ermittlungen sind insofern nicht abgeschlossen", sagte er. Es sei möglich, dass es ein technischer Defekt oder menschliches Versagen war, sagte der Staatsanwalt. Auch hätten die Brandexperten noch nicht klären können, wie sich das Gas entzündet habe.

Die Staatsanwaltschaft Freiburg habe deshalb ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wegen fahrlässiger Tötung, sagte der Oberstaatsanwalt Häberle.

Es habe eine schlagartige Ausbreitung von Feuer und Rauch in zwei Stockwerken gegeben, sagte der leitende Kriminaldirektor Alfred Oschwald. Für die Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt in diesen Stockwerken aufhielten, habe es keine Überlebenschance gegeben.

Elf Frauen und drei Männer starben bei dem Unglück

Bei dem Brand in der Caritas-Einrichtung waren zehn behinderte Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren, drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren sowie eine 50 Jahre alte Betreuerin ums Leben gekommen. Neun Menschen wurden verletzt. In der Werkstatt arbeiten knapp 130 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

Es war eine der schwersten Brandkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.

Der Brandschutz in der Behindertenwerkstatt im Schwarzwald war allerdings aus Sicht der Behörden völlig ausreichend. "Der vorbeugende Brandschutz war absolut ordnungsgemäß", sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Der Einsatz der Rettungskräfte sei "vorbildlich gelaufen."

Von den 97 Menschen, die sich aus dem Gebäude retten konnten, schafften dies nach Darstellung der Behörden 86 aus eigener Kraft. Nur elf Menschen mussten von der Feuerwehr aus dem Gebäude geleitet werden. Dies spreche für das Funktionieren des Rettungskonzepts über eine Rampe für Rollstuhlfahrer und eine Stahltreppe, sagte Schäfer.

Das Unglück in einer Einrichtung des katholischen Hilfswerks Caritas löste in der Region und weit darüber hinaus große Trauer und Bestürzung aus. Am Sonnabend soll der Opfer in einem Gottesdienst im Neustädter Münster gedacht werden.

Quelle: dpa/AFP/dapd/sei
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