27.11.12

Titisee-Neustadt

Brand in Behindertenwerkstatt - alle Tote identifiziert

Elf Frauen und drei Männer sind bei der Feuerkatastrophe in Titisee-Neustadt ums Leben gekommen. Verletzt wurden auch zwei Feuerwehrleute.

Quelle: Reuters
26.11.12 1:19 min.
Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt im Schwarzwald sind 14 Menschen ums Leben gekommen. Spezialisten der Feuerwehr konnten die Ursache des Unglücks bisher nicht klären.

Gerichtsmediziner haben die Todesopfer von Titisee-Neustadt (Baden-Württemberg) identifiziert. Unter ihnen sind zehn Frauen mit Handicaps im Alter von 28 bis 68 Jahren sowie drei Männer mit Behinderungen zwischen 45 und 68 Jahren.

Bei dem Brand in einer Behindertenwerkstatt der Caritas in Titisee-Neustadt kam am Montag auch eine Betreuerin (50) ums Leben, wie die Polizei in Freiburg am Dienstagvormittag mitteilte. Nähere Informationen, auch zur genauen Todesursache, gab es nicht.

"Angaben zur Unglücksursache können noch nicht genannt werden, da die akribisch geführten Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind", hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Die Polizei sowie die betroffenen Behörden und Institutionen planen für den Nachmittag eine Pressekonferenz, um die Öffentlichkeit zu informieren.

Neun Verletzte befinden sich weiter im Krankenhaus. Bei ihnen handelt es sich um behinderte Menschen aus der Werkstatt sowie um zwei Feuerwehrleute, so ein Polizeisprecher. Die beiden Rettungskräfte hatten in dem brennenden Gebäude Rauchvergiftungen erlitten. Nach dem Feuer am Montag war zunächst von acht Verletzten die Rede.

Nach der Brandkatastrophe sind 31 Notfallseelsorger des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz gewesen. "Ehrenamtliche Helfer der Kreisverbände Freiburg, Schwarzwald-Baar, Waldshut und Emmendingen leisteten Angehörigen und Überlebenden Beistand", sagte der Geschäftsführer des Kreisverbandes Freiburg, Wolfgang Schäfer-Mai, am Dienstag.

Manche der Ehrenamtlichen betreuten demnach vor Ort Angehörige und Überlebende, andere begleiteten die Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten. Auch über die Telefon-Hotline der Gemeinde seien Seelsorger erreichbar, sagte Schäfer-Mai. In den ersten Stunden nach einem traumatischen Erlebnis gehe es vor allem ums Zuhören und Mitfühlen: "Das sind Erste-Hilfe-Maßnahmen für die Seele."

Noch keine Angaben zur Brandursache

Die Suche nach der Ursache läuft weiter auf Hochtouren. Es sei am Dienstagvormittag noch unklar gewesen, wodurch das Feuer verursacht worden sei, sagte ein Polizeisprecher in Freiburg. Medienberichte, wonach ein explodiertes Heizgerät den verheerenden Brand ausgelöst haben könnte, bestätigte der Sprecher nicht. Das sei reine Spekulation.

Dem Polizeisprecher zufolge sollten ein Brandsachverständiger und Ermittler am Mittag erneut die Behindertenwerkstatt untersuchen, in der es gebrannt hatte. Möglicherweise könne am Nachmittag etwas Genaueres gesagt werden. Für die Aufklärung der Brandursache wurde eine Sonderkommission mit 36 Beamten gebildet.

Die Behindertenwerkstätte wird längere Zeit geschlossen bleiben. Die Schäden seien immens, sagte ein Sprecher der Caritas am Dienstag. Zwei Stockwerke des dreistöckigen Gebäudes seien durch Feuer und Rauch nahezu komplett zerstört. Zur Schadenshöhe könnten noch keine Angaben gemacht werden. Die Einrichtung solle hergerichtet und wieder eröffnet werden. Die Behinderten würden so lange in anderen Einrichtungen untergebracht. Hierfür erhalte die Caritas auch die Hilfe anderer Träger.

In der Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt, in der am Montag das Feuer ausgebrochen war, arbeiteten 120 geistig und mehrfach Behinderte. Einige von ihnen wohnen zu Hause bei ihren Familien, andere sind bei der Caritas in Wohnheimen stationär untergebracht. Sie werden psychologisch betreut. Dieses Angebot stehe auch den Betreuern zur Verfügung, hieß es.

Quelle: dpa/dapd/sei
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