26.11.2012, 13:11

Lebensmitteltest Mineralöl in Schokolade von Adventskalendern nachgewiesen

Foto: Matthias Bein / ZB

In 24 Adventskalendern hat Stiftung Warentest Rückstände von Mineralöl gefunden. Zum Teil war die Schokolade sogar krebserregend.

Zur Vorweihnachtszeit gehören Adventskalender einfach dazu. Nicht nur für Kinder ist das tägliche Öffnen des Türchens ein morgendliches Ritual. Besonders beliebt sind nach wie vor Schokoladen-Kalender aus dem Supermarkt. Doch Stiftung Warentest warnt: Häufig sind die Schokoladen-Erzeugnisse durch Rückstände von Mineralöl verunreinigt.

Rückstände in allen Testobjekten

In jeder der 24 getesteten Adventskalender für Kinder fanden sich Mineralöl und ähnliche Substanzen. Wahrscheinlich ist, dass die Stoffe über den Karton in die Schokolade gelangen. Das Verpackungsmaterial werde häufig aus Recyclingpapier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt sei, erklärte Stiftung Warentest. Die Substanzen seien vermutlich während der Lagerzeit in die Schokolade eingedrungen, weil diese direkt im Karton liege, sagte eine Sprecherin.

Auch namhafte Marken betroffen

Getestet wurden unter anderem Kalender der Marken Rausch, Confiserie Heilemann, Arko, Riegelein "The Simpsons", Feodora, Smarties, Hachez' Adventskalender "Schöne Weihnachtszeit" sowie Friedel, Aldi, Netto und "Adventskalender für Kinder" von Lindt.

Zum Teil Krebs erregende Stoffe

Die Schokostückchen von neun Produkten hätten sogar sogenannte aromatische Mineralöle enthalten, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. Vor allem Kinder sollten diese Schokolade auf keinen Fall essen. Aber auch Erwachsenen wird vom Verzehr dringend abgeraten. Besonders hoch waren die Belastungen durch aromatische Mineralöle in den Kalendern von Arko, der Confiserie Heilemann und Rausch.

Stiftung Warentest hat sich bei ihrer Bewertung an Erfahrungswerten von Fachleuten orientiert, weil die EU keinen Grenzwert für aromatische Mineralöle festgelegt hat. Bislang fehlten ausreichende toxikologische Studien für eine eindeutige Obergrenze. Zurzeit können Wissenschaftler nicht eindeutig abschätzen, wie stark Mineralöle den Menschen gefährden. Allerdings hätten Tierversuche einen Zusammenhang mit Entzündungserscheinungen in der Leber gezeigt.

Maschinenöl in acht Produkten

Darüber hinaus haben die Tester bei acht Produkten Maschinenöl nachgewiesen, das Hersteller als Schmierfett nutzen. Das Maschinenöl muss nicht zwangsläufig während des Herstellungsverfahrens in die Lebensmittel geraten sein, es kann auch direkt aus der Umwelt kommen, zum Beispiel über Abgase. Unter anderem Aldi, Milka, Netto und Smarties waren von den Maschinenöl-Rückständen betroffen.

Auf der Internetseite www.test.de/weihnachtskalender können Verbraucher die getesteten Adventskalender samt Fotos einsehen.

(pas)
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