25.11.12

Bangladesch

Mehr als 100 Frauen sterben bei Feuer in Textilfabrik

Retter finden nach einem Brand in einer Fabrik für Billigtextilien nahe Dhaka immer mehr Tote. Die Firma soll auch für C&A arbeiten.

Foto: dpa
Feuer in Textilfabrik: Rettungskräfte bergen Leichen aus der völlig ausgebrannten Werkshalle in Bangladesch
Feuer in Textilfabrik: Rettungskräfte bergen Leichen aus der völlig ausgebrannten Werkshalle in Bangladesch

Bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch sind mindestens 115 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 200 weitere wurden verletzt, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Das Feuer sei am Vorabend im Erdgeschoss des neunstöckigen Fabrikgebäudes rund 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen und habe dann schnell auf die anderen Etagen übergegriffen.

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hätten sich mehr als 1000 Menschen in dem Gebäude befunden, hieß es. Nach Angaben der Polizei könnte die Zahl der Opfer noch steigen, da die Bergungsarbeiten andauerten.

Die meisten Opfer seien im Inneren des Gebäudes eingeschlossen gewesen, weil es keine Notausgänge gegeben habe, die nach draußen führten. "Die Fabrik hatte drei Treppenhäuser und alle führten ins Erdgeschoss", sagte ein Feuerwehrsprecher. Dort habe der Brand aber begonnen, sodass es keine Fluchtmöglichkeiten gegeben habe.

Fabrik fertigte auch für C&A

Der Chef des Unternehmens Tazreen Fashion, Delwar Hossain, sprach von einem "schweren Verlust für meine Angestellten und meine Fabrik". Die Firma produziert Textilien nach eigenen Angaben ausschließlich für den Export. Sie soll auch für das Bekleidungsunternehmen C&A arbeiten.

Bei den Toten handelt es sich den Angaben zufolge zumeist um Arbeiterinnen, die von den Flammen eingeschlossen worden waren. Viele Opfer waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Mehr als 200 Brandverletzte wurden in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei mitteilte. Die Brandursache war auch am Morgen nach der Katastrophe noch nicht bekannt.

Am Samstagabend hatten Feuerwehr und Polizei die Zahl der Opfer noch mit mindestens fünf angegeben. In der Nacht hätten dann Rettungskräfte in der ausgebrannten Fabrik immer mehr Leichen entdeckt. Weitere zwölf Menschen, die sich schwer verletzt hätten, als sie in Panik aus dem brennenden Haus sprangen, seien später im Krankenhaus gestorben.

Soldaten sollen Unruhen verhindern

Soldaten und Grenzpolizisten seien gerufen worden, damit die Lage ruhig bleibe. Denn inzwischen hätten sich Tausende besorgte Angehörige von Fabrikarbeitern in der Nähe versammelt, sagte der Feuerwehrsprecher. Wie viele Vermisste es noch gab, war zunächst unklar.

In Bangladesch gibt es rund 4000 Textilfabriken. Sicherheitsvorkehrungen gibt es in vielen von ihnen nicht, Fluchtwege und Brandschutz existieren oft nicht. Häufig lösen Kurzschlüsse in den maroden Elektroinstallationen der Bekleidungsfabriken in Bangladesch Brände aus.

Textilien sind das wichtigste Exportprodukt des Landes. Firmen wie H&M, Wal-Mart, JC Penney und Tesco lassen dort produzieren. Durch den Export von Textilien vor allem in die USA und nach Europa nimmt Bangladesch jährlich umgerechnet rund 15,5 Milliarden Euro ein.

Quelle: dpa/dpad/BMO
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