23.11.12

Preisverleihung

Tina K. widmet Bambi ihrem toten Bruder Jonny

Mit einem Verein will sich die Schwester des totgeprügelten Jonny K. für eine Ende von Jugendgewalt einsetzen. Dafür bekam sie einen Bambi.

Foto: REUTERS

Rabbi Daniel Alter und Tina K. sind stolz auf ihre Auszeichnung
Rabbi Daniel Alter und Tina K. sind stolz auf ihre Auszeichnung

Stolz hielt Tina K. das kleine goldene Reh in die Höhe. Mit einer berührenden Rede nahm die Schwester des ermordeten Jonny K. am Donnerstagabend in Düsseldorf ihren Preis auf der Bambi-Verleihung entgegen. Nach dem gewaltsamen Tod des 20 Jahre alten Jonny K. engagiert sich die junge Frau gegen Jugendgewalt.

Aufruf zu mehr Zivilcourage

"Ich finde nicht, dass ich ihn verdient habe", sagte sie unter Tränen, als sie den wichtigsten deutschen Medienpreis in den Händen hält. "Deshalb möchte ich den Preis einfach meinem Bruder geben. Dieser Bambi ist für uns alle. Zivilcourage ist der richtige Weg. Egal woher man kommt, wir leben in einem Land." Unter Tränen spricht die 28-Jährige über ihr Anliegen: "Wir leben alle in einer Welt. Wir sind alle gleich." Gleichzeitig forderte die junge Frau zu mehr Zivilcourage auf, man müsse "Nein sagen zu Schlägern", betont sie. Um das Andenken an ihren Bruder zu bewahren, will sie nun einen Verein gründen, der für die Unterbindung von Gewalt unter Jugendlichen einsetzt.

Jonny K. war in der Nacht zum 14. Oktober 2012 vor einem Lokal in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes von sechs jungen Männern brutal zusammengeschlagen worden. Einen Tag später starb er an den Folgen seiner Kopfverletzungen. Der Fall hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen und eine neue Debatte über Jugendgewalt entfacht.

Gratulation von Justizsenator Heilmann

Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) gratulierte der jungen Frau bereits vor der Verleihung in einer Mitteilung. Er sei beeindruckt, "wie versöhnlich und gleichzeitig entschieden" sie gegen Jugendgewalt auftrete. "Tina K. tut unserer Gesellschaft gut", betonte der Senator.

Preis für Rabbiner Daniel Alter

Ein zweiter besonderer Preis ging nach Berlin: Der Berliner Rabbiner Daniel Alter bekam den "Integrations"-Bambi. Der 53-Jährige war im August 2012 gutbürgerlichen Berliner Stadtteil Friedenau von Jugendlichen zusammengeschlagen worden, weil er eine Kippa, eine traditionelle jüdische Kopfbedeckung, getragen hatte.

Alter sagte, er wolle den Preis den Berliner "Heroes" widmen und übergeben. "Heroes" (Helden) ist ein "Projekt für Gleichberechtigung", in dem sich "junge Männer aus Ehrenkulturen gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre und für die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern engagieren". Anfang November war der Rabbiner Antisemitismusbeauftragter der Jüdischen Gemeinde in Berlin geworden.

Der Medienpreis wurde am Donnerstagabend bei einer Gala in Düsseldorf vergeben.

Quelle: pas
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