22.11.12

Kartierungsfehler

"Sandy Island" – Die Phantominsel vor Australien

Auf Online-Diensten wie Google Maps und in Atlanten ist nahe Australien eine Insel eingezeichnet: "Sandy Island". Doch jetzt stellt sich heraus, dass es sie gar nicht gibt. Bewusste Manipulation?

Foto: screenshot google maps

Screenshot von „Google Maps“: Östlich von Australien markiert ein rotes A bei der Suche nach „Sandy Island“ eine Insel – die jedoch nicht existiert
Screenshot von "Google Maps": Östlich von Australien markiert ein rotes A bei der Suche nach "Sandy Island" eine Insel – die jedoch nicht existiert

Auf etlichen Landkarten hat sich offenbar ein Fehler eingeschlichen: Karten der populären Dienste Google Maps und Google Earth sowie mehrere Atlanten verzeichnen eine Insel namens Sandy Island östlich von Australien – bloß existiert diese nicht, wie eine Forschungsexpedition nach Angaben vom Donnerstag herausgefunden hat.

Entdeckt wurde der Fehler von der Forscherin Maria Seton von der Universität Sydney. Als sie nahe der vermeintlichen Insel die Erdkruste untersuchte, stellte sie nach eigenen Angaben eine Wassertiefe von 1400 Metern fest – für die Umgebung einer Landmasse ungewöhnlich tief.

"Wir sind wirklich verblüfft", sagte Seton. "Es ist ziemlich merkwürdig." Sie und ihre Kollegen wollten nun herausfinden, wie die Insel auf die Karten kommen konnte.

Phantominsel zwischen Australien und Neukaledonien

Sandy Island, das etwa auf halber Strecke zwischen der australischen Küste und der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien liegt, ist auch auf Wetterkarten verzeichnet, die auf Setons Expeditionsschiff Southern Surveyor genutzt werden.

Nach Aussagen von Internetnutzern gibt es die Insel zudem auf weiteren Online-Kartendiensten. Im Times Atlas of the World heißt die Phantom-Insel offenbar Sable Island.

In sozialen Internet-Netzwerken wurde spekuliert, dass es sich bei der Einzeichnung der Insel um eine bewusste Manipulation handelt, mit der Kopien einer Karte erkannt werden können.

Ein Google-Sprecher sagte, das Unternehmen sei dankbar für jeden Hinweis auf mögliche Fehler auf seinen Karten. Es prüfe regelmäßig neue Informationen von Nutzern und Behörden.

Quelle: AFP/mak
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