22.11.12

Bank in Japan

Geiselnehmer fordert Rücktritt der Regierung

In der japanischen Stadt Toyokawa hat ein Mann in einer Bank vier Angestellte und einen Kunden in seine Gewalt gebracht. Grund der Geiselnahme ist offenbar seine Unzufriedenheit mit dem Kabinett.

Foto: AFP

Polizisten haben die Bankfiliale in Toyokawa umstellt, wo sich eine Geiselnahme abspielt
Polizisten haben die Bankfiliale in Toyokawa umstellt, wo sich eine Geiselnahme abspielt

In einer Bank in Japan hat ein mit einem Messer bewaffneter Mann mehrere Geiseln genommen und den Rücktritt der Regierung verlangt. Wie die Polizei mitteilte, überfiel der Mann gegen 14.00 Uhr (Ortszeit; 06.00 Uhr MEZ) eine Filiale der Shinkin-Bank in Toyokawa in der zentraljapanischen Präfektur Aichi.

Medienberichten zufolge fuchtelte er mit dem Messer herum, nahm fünf Menschen als Geiseln, forderte den Rücktritt des Kabinetts von Regierungschef Yoshihiko Noda und verlangte, mit Journalisten zu sprechen.

Umgebung der Bank von der Polizei abgeriegelt

Laut einem Bericht des Fernsehsenders NHK hielt der Geiselnehmer zunächst einen Kunden und vier Bankangestellte in seiner Gewalt. Die Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete, der Geiselnehmer habe zudem für zehn Tage Essen und Trinken sowie ein Megafon verlangt.

Nach sieben Stunden ließ der Mann eine der Geiseln frei, wie der Fernsehsender NHK berichtete. TV-Bilder zeigten eine Frau, die in der Abenddämmerung in Begleitung eines Polizisten von der Bank wegging. Offenbar war die Frau mit Handschellen gefesselt. Der Grund dafür war zunächst unklar. Die anderen Geiseln blieben in der Gewalt des Mannes.

Auf Bildern japanischer Fernsehsender ist zu sehen, dass die Umgebung der Bank von der Polizei abgeriegelt ist. Ein Großaufgebot an Polizisten ist im Einsatz. Das Alter des Geiselnehmers wurde in den Medien mit rund 30 oder 40 Jahren angegeben.

Noda hatte vergangene Woche Neuwahlen für den 16. Dezember angekündigt. Umfragen zufolge dürfte der Regierungschef den Urnengang zugunsten der Liberaldemokratischen Partei verlieren.

Quelle: AFP/mak
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