20.11.12

Mordverdacht

Ehemann von ermordeter Küsterin verhaftet

Nach dem gewaltsamen Tod einer Mutter von zehn Kindern in Braunlage steht der Ehemann der 48-Jährigen unter Mordverdacht.

Foto: dapd

Mitarbeiter der Spurensicherung suchen auf dem Grundstück der katholischen Gemeinde "Zur Heiligen Familie" nach Beweisen
Mitarbeiter der Spurensicherung suchen auf dem Grundstück der katholischen Gemeinde "Zur Heiligen Familie" nach Beweisen

Der Ehemann der im niedersächsischen Braunlage getöteten Küsterin ist verhaftet worden. Der 51 Jahre alte Mann wird verdächtigt, seine von ihm getrennt lebende Frau erschossen zu haben. Laut Polizeiangaben hatte sich der Familienvater am Sonntag in München freiwillig der Polizei gestellt. Die 48-jährige Küsterin wurde am Samstag tot im Keller der katholischen Kirche in Braunlage gefunden.

Zu der Frage, ob die Kirche der Tatort war, wollte sich die Polizei nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ließ offen, ob die Kirche der Tatort war. Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Julia Meyer erklärte lediglich, das Opfer sei von einem Schuss tödlich getroffen worden. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Alle im Ort tief betroffen

Das Gewaltverbrechen an der Mutter von zehn Kindern habe den Ort im Harz erschüttert, sagte Bürgermeister Stefan Grote (SPD). Es gebe seit Samstag kaum ein anderes Gesprächsthema. "Alle hier sind tief betroffen." Die Küsterin sei im Ort sehr bekannt gewesen. Sie habe sich jahrelang aufopferungsvoll um ihre Kinder und zuletzt auch um erste Enkel gekümmert. Der Ehemann soll lange getrennt von seiner Familie in Griechenland gelebt haben.

Zum Hintergrund des Verbrechens gibt es bislang nur Spekulationen. In Braunlage hieß es, es habe zwischen dem Ehemann und der Küsterin Streit um Geld und Grundbesitz gegeben.

Sohn unter Verdacht

Angeblich soll einer der Söhne bei der Tat geholfen haben. Gegen den 20-jährigen Sohn erging am Dienstag Haftbefehl wegen Beihilfe zum Mord, wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig mitteilte. Gegen dessen Vater war am Montag bereits Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden.

Nach der Festnahme wurde die zwölfjährige Tochter in die Obhut der Jugendschutzstelle in München gegeben. Die übrigen minderjährigen Kinder werden vom Jugendamt Goslar betreut. Laut Staatsanwaltschaft sollte der Tatverdächtige nach Verkündung des Haftbefehls durch das Amtsgericht München zurück nach Braunschweig gebracht werden.

Noch am Samstag hatte der katholische Pfarrer Stanislaw Poreba in Braunlage eine Andacht für die Getötete gehalten und der Gemeinde von dem Gewaltverbrechen berichtet. Auch in den kommenden Tagen soll für die tote Küsterin gebetet werden.

Quelle: dpa/pas
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