19.11.12

Mecklenburg-Vorpommern

Bürgermeister gekidnappt – Entführer festgenommen

Nur durch bloßen Zufall ist in Mecklenburg-Vorpommern eine Entführung glimpflich ausgegangen: Ein 22-Jähriger war nachts in das Haus eines Bürgermeisters eingedrungen und hatte ihn gekidnappt.

Angeblich hatte es der 22-jährige Mann auf Geld und Wertgegenstände abgesehen. Doch als der Bürgermeister von Beggerow (Mecklenburg-Vorpommern), Wolf-Dieter Peetz, den Täter am vergangenen Freitag dabei überraschte, wurde er von ihm niedergeschlagen und kurzerhand gekidnappt. Der Mann knebelte Peetz, bugsierte ihn auf die Rückbank seines Autos und fuhr mit ihm davon. Doch er kam nicht sehr weit.

Denn während der Flucht geriet der Entführer in die Kolonne eines Schwertransports, die von der Polizei begleitet wurde. Der 22-Jährige versuchte, der Wagenkolonne auszuweichen und fuhr dabei gegen einen Baumstumpf, sagte Neubrandenburgs Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler der "Welt".

Täter ist vorbestraft

Die Polizisten seien wegen des merkwürdigen Verhaltens misstrauisch geworden. Zunächst hätten sie einen betrunkenen Autofahrer vermutet, bei der anschließenden Kontrolle entdeckten die Beamten jedoch den geknebelten Bürgermeister auf der Rückbank.

"Das war ein sehr großes Glück", sagte Zeisler. Was sonst mit dem Opfer passiert wäre, müsse erst noch geklärt werden.

Das Amtsgericht Demmin hat mittlerweile gegen den Mann, der aus Greifswald stammt, wegen schweren Raubes, Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung einen Haftbefehl erlassen. In der Vernehmung hat er die Tat größtenteils gestanden. Er habe in dem Haus des Bürgermeisters einen größeren Geldbetrag vermutet, sagte Zeisler über das Motiv.

Der Täter ist laut Staatsanwaltschaft wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. Er saß bereits mehrere Monate im Gefängnis und war erst im Oktober 2010 aus der Haft entlassen worden.

Zusammenhang mit anderen Entführungsfällen

Ob ein Zusammenhang zu den beiden anderen ungelösten Entführungsfällen in Brandenburg besteht, ist noch unklar. "Wir haben bisher noch keine Anhaltspunkte dafür", sagte Zeisler. Dennoch habe die Kripo die anderen Taten im Blick und werde die Daten des Verdächtigen mit denen aus Storkow und Bad Saarow abgleichen.

Seit mehreren Monaten beschäftigen zwei mysteriöse Kidnappingfälle die Polizei in Ostdeutschland, in denen es bislang keine heiße Spur gibt: Am 5. Oktober hatte ein Unbekannter einen 51-jährigen Unternehmer in der Nähe von Storkow aus seinem Haus entführt und auf einer Schilfinsel am Großen Storkower See festgehalten. Er wollte Geld in Millionenhöhe erpressen. Der Geschäftsmann konnte sich jedoch am 7. Oktober selbst befreien.

Bei dem Täter handelt es sich um denselben Mann, der bereits 2011 im nahe gelegenen Bad Saarow eine Unternehmerfamilie bedroht und deren Wachmann angeschossen hatte. Der Entführer hatte bei beiden Taten dieselbe Waffe benutzt. Die Polizei geht davon aus, dass sich der Täter bestens in der Region auskennt.

Quelle: kami
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