18.11.12

Rekord-Serie

Raab triumphiert mit Mittelmaß und Halbwissen

Rekord-Serie bei "Schlag den Raab": Der Entertainer bleibt zum sechsten Mal ungeschlagen. Dabei hatte er durchaus einen würdigen Gegner. In der nächsten Sendung geht es dann um 3,5 Millionen Euro.

Foto: ProSieben/ Willi Weber

„Schlag den Raab“ – von wegen, das ProSieben-Allround-Talent gewann schon wieder. Die Siegesprämie von drei Millionen Euro bleibt sicher verpackt.

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Zwölf Spiele und fast fünf Stunden brauchte Stefan Raab, um einmal mehr unter Beweis zu stellen: Er ist unschlagbar. Zum sechsten Mal in Folge rettete das ProSieben-Allround-Talent den Wetteinsatz vor ehrgeizigen Herausforderern. Da drängt sich schon die Frage auf: Gibt es irgendetwas, was dieser Mann nicht kann?

Er kennt mehr Automarken, spielt besser Volleyball, erkennt mehr Gesichter, kann schneller baggern und geschickter Zuckerwürfel in Glasschüsseln katapultieren als sein Gegner.

Er ficht besser und fährt schneller Elektroroller – da ist es am Ende fast ein bisschen lahm, dass Stefan Raab ausgerechnet dadurch seinen sechsten Sieg in Folge einfährt, dass sein Herausforderer ein paar Sportlernamen nicht sauber sortiert bekommt.

Ziemlich müde reckt der unschlagbare Raab um vier Minuten vor eins die Siegerfaust in die Höhe, lässt den silbernen Konfettiregen auf seine Schultern prasseln.

Er hat es wieder einmal geschafft. Mit ungeheurer Verbissenheit, einem Quentchen Glück, aber immer wieder auch unfassbarem Talent hat Raab für den Tischler Mario aus Hilden den Traum von 3 Millionen Euro platzen lassen.

Ein Gegner mit raabschen Qualitäten

Dabei schien Raabs Herausforderer zu Beginn der Show noch ein wirklich harter Gegner zu werden: Schon das erste, vermeintlich einfache Spiel kämpfte er so verbissen mit, als hätte ihm schon da ein Sieg die Millionensumme eingespielt. Dabei ging es gerade einmal um einen Punkt.

Genau das aber ist auch Raabs Strategie – in jeder Runde. Er kämpft um jeden Punkt, freut sich über jeden gewonnenen, flucht aber auch über jeden verspielten.

"Toyota, Toyota, Toyota", brüllt Raab wie ein kleines Kind, als er aus Versehen die falsche Automarke genannt hat, geradezu verzweifelt versucht er dann seinen Fehler zu korrigieren.

Genau diese Leidenschaft, dieser unerbittliche Ehrgeiz Raabs ist es, der den Erfolg seiner Show ausmacht. Auch wenn sich die Spiele über Stunden hinziehen – die Zuschauer bleiben dran. Weil Raab es auch tut. Weil für ihn nie in Frage käme aufzugeben, etwas nur noch mit halber Kraft zu verfolgen.

Blut, Schweiß und Tränen: In Raab-Shows geht man aufs Ganze. Der Schauspieler Stephen Dürr musste das bei den Proben zum TV-total-Turmspringen erfahren: Er verletzte sich schwer.

Auch bei "Schlag den Raab" gab es schon kritische Situationen, Platzwunden und Prellungen. Doch auch das macht die Sendung aus, macht Stefan Raab aus: Egal wie unbekannt die Herausforderung ist, er stürzt sich völlig angstfrei hinein. Nicht selten mit Erfolg.

Mittelmaß hat Erfolg

Stefan Raab testet Grenzen aus – auch jenseits der 15 Spielrunden bei "Schlag den Raab". Da versucht er sich als Turmspringer, Wok-Rodler und Songcontest-Retter, neuerdings auch als Mundartsänger und Talkshow-Moderator.

Überall mit dem gleichen Anspruch: zu gewinnen. Was immer Raab auch anfasst, er fasst es stets als Wettbewerb auf.

Die Aufforderung "Schlag den Raab" trägt er dabei stets vor sich her – selbstbewusst, an mancher Stelle aber auch eine Spur zu überheblich.

Denn eins sollte man bei aller Verehrung nicht vergessen: Bei "Schlag den Raab" baggert er nicht gegen einen Baggerführer, ficht nicht gegen eine Fecht-Olympionikin und misst sich auf dem Elektroroller nicht mit einem Rennfahrer.

Raabs Trumpf besteht in seiner durchgehenden Mittelmäßigkeit, seinem breit angelegten Halbwissen, ja oft auch seinem Anfängerglück.

Genau darauf sollte er sich deshalb auch weiter konzentrieren: Auf den unterhaltsamen Amateursport, aufs Glücksspiel und den großen Abenteuerspielplatz, den ProSieben ihm am Samstagabend immer wieder aufbaut. Dort wird er wohl noch lange der König bleiben.

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