17.11.12

Ägypten

Zug rast in Schulbus - Dutzende Kinder sterben

Weil ein Schrankenwärter geschlafen haben soll, ist es in Ägypten zu einer Tragödie gekommen: Ein Zug fuhr ungebremst in einen Schulbus.

Foto: dpa

Nach dem Unglück versammelten sich Angehörige und Schaulustige am Unglücksgleis
Nach dem Unglück versammelten sich Angehörige und Schaulustige am Unglücksgleis

Auf dem Weg zum Kindergarten sind in Ägypten mindestens 49 Kinder ums Leben gekommen, als ein Zug ihren Bus rammte. Aus Sicherheitskreisen verlautete, nach dem Unglück vom Sonnabend seien weitere Kinder in Krankenhäuser gebracht worden. Einige hätten bei dem Unfall Gliedmaßen verloren. Die Opfer waren zwischen vier und sechs Jahre alt. Der Verkehrsminister trat zurück.

Der Bus war mit mehr als 50 Kindern unterwegs, als er im Süden des Landes in der Provinz Assiut einen Bahnübergang passierte. Die Schranken seien nicht geschlossen gewesen, sagte ein Gewährsmann bei den Sicherheitskräften. Der Schrankenwärter soll geschlafen haben.

Der Bus wurde bei den Zusammenstoß in zwei Teile zerrissen. Bilder vom Unfallort zeigten Blut an der Lok. Schultaschen und Bücher lagen weit verstreut herum. Der ägyptische Verkehrsminister Mohammed Raschad und der Chef der Bahnverwaltung traten nach dem Unfall zurück.

Ein Arzt im Krankenhaus von Assiut sagte: "Sie erzählten uns, dass der Bahnübergang offen gewesen sei, als der Bus von dem Zug getroffen wurde." Das bestätigte auch der Gouverneur von Assiut, Jahja Keschk: "Der Schrankenwärter hat geschlafen, er wurde festgenommen", sagt er dem amtlichen Fernsehen.

Bus offenbar einen Kilometer lang mitgeschleift

Die Wucht des Zusammenstoßes muss enorm gewesen sein. Die Verletzungen seien sehr schwer, sagte der Arzt. Ein Augenzeuge berichtete: "Ich habe gesehen, wie der Zug mit dem Bus zusammenstieß. Er hat ihn etwa einen Kilometer mitgeschleift." Auch andere Augenzeugen berichteten von einem sehr heftigen Zusammenstoß. Die Identifizierung der Opfer werde daher sehr schwierig.

Präsident Mohammed Mursi wies seine Minister nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Mena an, den Hinterbliebenen und Angehörigen jegliche Unterstützung zukommen zu lassen. Ministerpräsident Hischam Kandil ordnete eine Untersuchung des Unfalls an.

In Ägypten befinden sich Straßen und Eisenbahnstrecken häufig in einem schlechten Zustand. Vor wenigen Tagen kamen bei einem Zugunglück in Fajum drei Menschen ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt. Im Juli wurden in Gisa 15 Leute verletzt, weil ein Zug entgleiste. 2002 brannten sieben Waggons eines überfüllten Personenzuges aus. Mindestens 360 Menschen kamen damals ums Leben. Schon seit längerem gibt es Forderungen nach höheren Sicherheitsstandards.

Quelle: Reuters/dapd/ap/sei
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