16.11.12

Unfallursachen

Was Autofahrer wirklich hinter dem Steuer machen

Kurz den Blick von der Straße abgewendet – das kann schnell zu Unfällen führen. Eine Umfrage zeigt, wovon sich Fahrer ablenken lassen.

Foto: dpa

Vor allem jüngere Verkehrsteilnehmer telefonieren während der Fahrt ohne Freisprechanlage
Vor allem jüngere Verkehrsteilnehmer telefonieren während der Fahrt ohne Freisprechanlage

Ein kurzer Blick in den Spiegel, schnell noch die Frisur richten. Dann erst einmal einen tiefen Schluck schwarzen Kaffee aus dem Pappbecher in der Mittelkonsole. Nach dem Linksabbiegen noch schnell die neusten Nachrichten auf dem Smartphone lesen. Was deutsche Autofahrer während der Fahrt alles ablenkt, hat zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

Die gängigsten Nebenbeschäftigungen sind demzufolge Essen und Trinken. Rund 33 Prozent, das ist jeder dritte Fahrer, widmet sich hinter dem Steuer der Nahrungsaufnahme. Gerade jüngere Verkehrsteilnehmer nehmen es mit dem Frühstücksbrötchen am Lenkrad nicht so genau: Von den unter 30-Jährigen greift jeder Zweite (gut 49 Prozent) während der Fahrt zu einem Snack oder Getränk.

Gut zehn Prozent aller Unfälle entstehen durch Ablenkung

Dabei können alltägliche Tätigkeiten während der Fahrt schnell gefährlich werden. Rund zehn Prozent aller Unfälle werden durch Ablenkungen verursacht. Zu laute Musik, E-Mail-Kontrolle oder SMS schreiben sind außerdem häufige Unfallursachen.

Dabei ist der Hang zum Multitasking mancher Fahrer erstaunlich: Wenn das Kleine schreit, wird für Mütter der Blick auf die Straße schnell zur Nebensache. Rund 16 Prozent der Frauen kümmern sich um ihre Kinder, während sie hinterm Steuer sitzen. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es sogar ( jede vierte Frau (24 Prozent).

Obwohl es die Bedienungsanleitung ausdrücklich untersagt, stellen außerdem circa 21 Prozent ihr Navigationsgerät ein, nachdem sie die Parklücke bereits verlassen haben.

Schnell noch eine SMS oder kurz telefonieren

Auch vor geahndeten Ordnungswidrigkeiten machen die Fahrenden offenbar nicht Halt. Trotz drohendem Bußgeld telefonieren knapp zwölf Prozent mit dem Handy am Ohr und nicht über die Freisprechanlage. Auch hier lassen sich Jüngere wesentlich schneller verleiten: Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es gut 24 Prozent.

Knutschen am Steuer

Zeit für Romantik finden ebenfalls vor allem jüngere Fahrer im Fahrzeug: Von den 18- bis 29-jährigen küssen 23 Prozent während der Fahrt auch schon einmal den Beifahrer. Daran, dass andere Verkehrsteilnehmer durch ihr Verhalten gefährdet werden, denken sie meist nicht.

"Die Aufmerksamkeit ist nicht mehr zu 100 Prozent auf das Fahren gerichtet, die Unfallgefahr steigt", warnt Frank Bärnhof, Kfz-Experte der Versicherung CosmosDirekt. "Wer einen Unfall verursacht, weil er abgelenkt war, handelt grob fahrlässig." In diesem Fall muss zum Beispiel die Vollkasko-Versicherung nicht zahlen, auch ein Bußgeld oder Punkte in Flensburg können folgen.

Quelle: pas
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