16.11.12

Gerichtsprozess

Perverse Fantasien von New Yorks "Cannibal Cop"

Ein US-Polizist steht vor Gericht, weil er widerliche Mordpläne geschmiedet haben soll: Er wollte Frauen entführen und "auf kleiner Flamme kochen". Das FBI nahm ihn angeblich im letzten Moment fest.

Von Hannes Stein
Foto: dapd

In den USA stand der Officer Gilberto V. vor Gericht. Laut Anklage wollte er Frauen entführen, kochen und anschließend verspeisen.

6 Bilder

Am 24. Oktober klingelten Polizisten an der Tür eines Kollegen im New Yorker Stadtteil Queens und verhafteten ihn. Sein Name: Gilberto V., er arbeitet in einem nördlichen Distrikt des "New York Police Department" in Manhattan.

Die ihn verhafteten gehörten allerdings zur amerikanischen Bundespolizei, dem FBI. Dem New Yorker Polizisten Gilerto V. wird zur Last gelegt, er habe sich an einer Verschwörung im Internet beteiligt. Ziel der Verschwörung sei gewesen, Frauen zu entführen, sie zu vergewaltigen, zu töten und anschließend zu verspeisen.

Die New Yorker Polizei teilt auf Anfragen mit, Gilberto V. (28) sei ohne Bezahlung vom Dienst suspendiert worden und verweist im Übrigen auf das FBI. Sprecher des FBI wiederum sagten öffentlich, die Taten, die dem Polizisten zur Last gelegt würden, seien schockierend und sprächen für sich selbst. New Yorks Polizeichef Ray Kelly sprach allerdings von einem "bizarren" Fall.

Die Boulevardpresse hat längst einen neuen Namen für Gilberto V. gefunden; für sie heißt er nun der "Cannibal Cop" – der Kannibalenbulle.

Private Daten von mehr als hundert Frauen

Jetzt hat der Prozess gegen ihn in Manhattan vor einem amerikanischen Bundesgericht begonnen. Das Gericht ließ seinen Computer beschlagnahmen und durchsuchen; dabei stellte sich angeblich heraus, dass er die privaten Daten von hundert Frauen gespeichert hatte. Von jeder Frau habe er mindestens ein Foto gehabt.

Die Staatsanwaltschaft legte in ihrer Anklageschrift Nachrichten aus Chatrooms vor, die von Gilberto V. stammen und seit Wochen vom FBI mitgelesen wurden. Etwa: "Mitverschwörer 1: Wie groß ist dein Ofen? V.: Groß genug, dass eines von diesen Mädchen hineinpasst, wenn ich ihre Beine zusammenlege ... Die Entführung muss fehlerlos sein ... Ich kenne sie alle ... (Opfer Nr. 1), ich kann einfach unangemeldet an ihrer Tür erscheinen, das wird sie nicht alarmieren, und ich kann sie zusammenschlagen, warten, bis es dunkel wird und sie direkt aus ihrem Haus entführen."

Von einer Webseite habe er gelernt, wie man Chloroform herstellt. Später spricht V. davon, dass er daran denke, das "Mädchen" auf einem Apparat festzubinden, sie "auf kleiner Flamme zu kochen, sie so lang wie möglich am Leben zu halten". Und: "Mir gefällt, dass sie jetzt gerade schläft, keine Ahnung hat, was wir geplant haben. Ihre Tage sind gezählt. Ich bin froh, dass du dabei bist. Sie sieht lecker aus, nicht wahr?"

Im letzten Moment erwischt

Dies sei kein perverses Internetgeschwätz, meinen Vertreter der Anklage. Staatsanwältin Hadassa Waxman sagte, Gilberto V. habe kurz davor gestanden, "eine Frau zu entführen, sie zu kochen und tatsächlich zu essen". Den Ermittlungen zufolge hatte der Beamte mit weiteren Verdächtigen über Monate hinweg in E-Mails und Computer-Sofortnachrichten Details seiner Pläne diskutiert.

Seine Verteidigerin Julia Gatto hielt dagegen. "Nichts ist geschehen. Wir mögen gekränkt sein. Wir mögen alarmiert sein. Aber es ist nur Gerede, Euer Ehren", sagte sie an den Richter gewandt. Das Gericht weigerte sich, Gilberto V. gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen.

Der Polizist hat eine Tochter und ist verheiratet, lebt aber nicht mit seiner Frau zusammen. Auf einer Webseite zur Online-Partnervermittlung – "OKCupid" – findet man Gilberto V.s Profil. Er beschreibt sich dort als "sehr ruhigen Menschen", der über einen "endlosen Vorrat an Anekdoten von seinem Arbeitsplatz verfügt, die man sich gar nicht ausdenken kann".

Sein Lieblingsbuch sei "Green Eggs and Ham", ein Kinderbuch, in dem es darum geht, dass jemand dazu verführt wird, ein imaginäres Gericht ("grüne Eier mit Schinken") zu probieren. Sollte Gilberto V. schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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