13.11.12

700 Lkw-Anschläge

BKA macht Jagd auf den Autobahn-Heckenschützen

Rätselhafte Anschlagsserie auf den Autobahnen im Südwesten Deutschlands: Seit 2009 wurde mehr als 700 Mal vor allem auf Transporter von Neuwagen geschossen. Ein Mensch wurde bereits schwer verletzt.

Von Michael Stürzenhofecker

In den vergangenen vier Jahren ist auf Deutschlands Autobahnen mehr als 700 Mal vor allem auf Autotransporter geschossen worden. Das Motiv dafür sei völlig unklar, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes (BKA).

Betroffen seien vor allem sechs Autobahnen im Süden und Westen Deutschlands. Inzwischen wurde eine Ermittlergruppe aus Polizisten von Bund und Ländern gegründet, die erste Ergebnisse vorweisen kann.

Genau 719 Fälle von Schüssen auf Transporter zählte das BKA seit Juli 2008 . Die Zahl steige allerdings ständig, sagte die Sprecherin der Ermittlungsbehörde.

Der oder die Täter schlugen in der Vergangenheit besonders häufig auf den Autobahnen 3 bis 6, auf der A 61 und der A 8 in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu. Die Ermittler sehen die Anschlagsserie als bundesweites Problem. 27.000 Euro sind als Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgeschrieben.

Schüsse aus Gegenverkehr

Klar ist inzwischen: Die Schüsse sind nicht von einem Schützen vom Rand der Straße abgefeuert worden. Ballistische Auswertungen hätten ergeben, dass von einem erhöhten Punkt aus dem fließenden Gegenverkehr geschossen werde, sagte die Sprecherin des BKA. Womöglich handelt es sich um einen Lkw-Fahrer, der aus seinem Führerhaus feuert.

Die verwendete Munition allerdings lasse keine Rückschlüsse auf Waffe und Täter zu. Die Patronen mit dem Kaliber ".22" gehörten zu den meistverwendeten in Europa. Sie können den Angaben zufolge sowohl in Kurz- als auch in Langwaffen geladen werden. Sportschützen und Jäger setzten auf das relativ kleine Kaliber.

Mindestens ein Schwerverletzter

Im Jahr 2009 verletzten der oder die Täter einen Menschen schwer. Der Schütze traf, wohl aus Zufall, auf der A 6 bei Würzburg eine Autofahrerin am Hals. Es kam zu einem Unfall, die Frau wurde schwer verletzt. Der oder die Täter hätten es aber offenbar nicht auf Menschen abgesehen, heißt es beim BKA.

In den meisten Fällen seien Autotransporter getroffen worden, hin und wieder auch andere Lastwagen. Ein politischer Hintergrund der Taten könne nicht ausgeschlossen werden.

Seit Oktober trägt die "Besondere Aufbauorganisation Transporter" Ermittlungsergebnisse überregional zusammen. Die Polizisten aus Bund und Ländern seien ausschließlich für diesen Fall abgestellt, hieß es vom BKA.

Die Staatsanwaltschaften Koblenz und Würzburg führten verschiedene Ermittlungsverfahren. Ende des Monats sollen weitere Ergebnisse präsentiert werden.

Noch mehr Hinweise zu den Fällen finden Sie hier.

Quelle: dapd
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Gaza-Konflikt Vermittlungen zwischen Hamas und Israel erfolglos
James Rodriguez Das ist der neue 80-Millionen-Mann von Real Madrid
Tschechien Starke Regenfälle überschwemmen Straßen in Prag
Unfallserie Bahnunglück mit Todesfolge in Südkorea
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

"Tatort"-Krise

Furtwängler & Co. – "Tatort"-Kommissare zum Weinen

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote