13.11.2012, 11:35

"Bauer sucht Frau" Ratzfatz am Euter und liebevoll enthauptet

Von Angelika Zahn

Mein Traktor, mein Acker, mein Teleskop-Lader – bei „Bauer sucht Frau“ gaben die Landwirte wieder alles. Von würziger Soße bis zu schneller Milch war viel dabei. Die neue Folge im Faktencheck.

Inhalt:

In Folge 7 erlebt Timo eine erste Schlachtung – und zeigt sich, zu Dennys Überraschung, erstaunlich abgebrüht. Politesse Conny erweist sich auf dem Hof von Milchbauer Martin als Naturtalent im Melken.

Der schüchterne Peter beschenkt Nicole noch am Bahnhof mit einem Kettenanhänger in Herzform. Hühnerwirt Jürgen ist hin und weg von seiner "zweiten Wahl" Jessica und versalzt vor lauter Verliebtheit das Essen.

Sonja muss sich von ihrem Kurt verabschieden, will aber ganz bald mit Sohn Nils wiederkommen.

Landlust/Romantik:

Mein Traktor, mein Teleskoplader, meine Äcker: Peter zeigt gern, was er hat. Er lässt Nicole und sich sieben Meter in die Höhe fahren und präsentiert ihr von dort oben sein 150-Hektar-Reich.

Die ist gerührt, bricht in Tränen aus: "Das ist echt wunderschön. Ich könnte mir vorstellen, hier zu sein." Wahrscheinlich hat sie in diesem Moment begriffen, dass sie sich da einen dicken Fisch geangelt hat.

Humor:

Wenn die Fernseh-Bauern charmant sein wollen, wird es schnell unfreiwillig komisch. Martin findet es zum Beispiel super, dass dank Connys Mithilfe das Melken so schnell erledigt ist und würdigt ihren Einsatz mit den Worten: "Das ging ja ratzfatz – wie's Kindermachen!"

Ackerbauer Peter verschreckt Nicole bei der Hausbesichtung mit dem allzu forschen Vorschlag, man könne die Wanne, die noch nie in Betrieb war, ja einmal gemeinsam ausprobieren. Worauf sich der realistische Zuschauer nur denkt: "Oha, das wird eng."

Nerv-Faktor:

Dieses Mal keine größeren Fremdschämmomente. Nur kleine. Seltsam.

Kult-Faktor:

Am ehesten das Zeug zum Kultbauern hat Jürgen, der fränkische Hühnerwirt. Immer wenn er versucht, hochdeutsch zu sprechen, wird es originell. So kocht er zum Beispiel für seine Angebetete Jessica ein Festmahl "vom Herzen aus raus", das pro Person geschätzt 18 Eier enthält.

Die etwas zu würzige Soße kommentiert er mit dem frei interpretierten Sprichwort "Wenn man's versalzt, dann hat man sich irgendwie lieb".

Bause-Faktor:

Die Moderatorin kündigt das baldige Ableben eines Huhnes mit den Worten "Der liebevolle Lausitzer möchte Timo behutsam an die Schlachtung heranführen" an.

Bei dem hört sich das dann so an: "Das kriegt jetzt einen Schlag auf den Kopp und dann – zack – hau ich ihm mit der Axt den Kopf ab." Liebe Frau Bause, wenn das "behutsam" ist, dann könnte man ja Ihre Moderation auch als "intelligent" bezeichnen.

Das Fazit:

Die "Welt" vergibt 3 von 5 Sternen. Langsam kristallisiert sich heraus, welche Bauernherzen wirklich höher schlagen – und bei wem auch in 100 Jahren nichts daraus wird.

Echte Fans, die die siebte Folge verpasst haben, sollten das deshalb online nachholen.

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