12.11.12

MTV Music Awards

"Wow" und "Huhu" - Heidi Klum geht an die Decke

Bei den 19. MTV Europe Music Awards heimste Taylor Swift drei Preise ein. Zum Gewinner der Herzen wurde Psy, bei dessen Gangnam-Style-Tanz die Halle bebte. Und Moderatorin Heidi Klum zeigte viel Haut.

Von Julia Lorenz
Foto: dapd

Heidi Klum vor der Show: Sie war aufgeregt, hatte Angst zu stottern, trug aber ein ziemlich heißes Kleid für den Roten Teppich. Glänzende Perlen auf blauem Stoff. Der Ausschnitt nur durch Schnüre zusammengehalten.

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Schreiende Teenies, Funkenregen, Feuerspucker, Gaukler, die mit brennenden Kegeln jonglieren. Stelzenmänner, die auf großen Fahrrädern ihre Runden drehen. Manege frei: Die 19. MTV Europe Music Awards sind in der Festhalle in Frankfurt verliehen worden. Und auf die Bühne wurde ein großer Zirkus gezaubert – ein Popzirkus eben.

Moderatorin Heidi Klum, die mit quietschender Stimme durch die Show führt und zwischendurch auch mal in einem Reifen unter der Decke schwebt, ruft immer wieder "Wow" und "Huhu". Natürlich jodelt sie auch eine Runde, steht sie doch in ihrer deutschen Heimat auf der Bühne.

"Hier sind meine Wurzeln", erzählt sie dann auch gleich ihrem Publikum, bevor sie wieder in ein weiteres ihrer sechs Versace-Kleider hüpft. Dabei zeigt sie ganz viel Haut, so dass man manchmal einen Busen-Blitzer im Stile Janet Jacksons fürchten muss. Doch alles sitzt perfekt.

Psy als Gewinner der Herzen

Selbst als sie den "Gangnam Style" tanzt. Psy, der Sänger des Ohrwurms und weltweiten Tanz-Phänomens, ist auch persönlich vor Ort. Und eigentlich könnte man ihn den Gewinner der Herzen nennen: Das Publikum liebt ihn. Er wird mit dem Award für das "Beste Video" geehrt. Kein Wunder. Wurde der "Gangnam Style" in diesem Herbst doch bereits weltweit Hunderte Millionen Mal im Internet angeklickt.

"Ich habe meine internationale Unschuld an die EMAs verloren", sagt der Südkoreaner Psy. Noch nie sei er für einen internationalen Preis nominiert gewesen, noch nie vor einem weltweiten Publikum aufgetreten. In der Festhalle tanzt er dann – begleitet von zig Doppelgängern in hellblauem Jacket – seinen Ritt-Stil-Move.

Sobald die ersten Töne des Hits ertönen, toben 8000 Fans in der Halle, reißen die Hände in die Höhe, grölen den koreanischen Refrain mit, der an diesem Abend übrigens nicht einmal von Psy selbst gesungen wird, sondern aus der Konserve kommt. Weißes Konfetti wird aus Kanonen in die Luft geschossen und rieselt wie der erste Schnee von der Decke hinab.

Natürlich wird dieser schnell in einer kurzen Pause von fleißigen Helfern mit einem Laubsauger weggeblasen. Die Zuschauer am heimischen Fernseher – in 700 Millionen Haushalte wird die Show übertragen – bekommen davon nichts mit. Ebenso wenig sehen sie die Anheizer, die in jeder Unterbrechung das Publikum zum Jubeln und Applaudieren auffordern. "Frankfurt, bist du noch da?" wird immer wieder gerufen.

Taylor Swift räumt ab

Die große Gewinnerin des Abends ist US-Country-Sängerin Taylor Swift. Sie räumt gleich drei Preise ab – in den Kategorien "Beste Sängerin", "Beste Live-Show" und "Bester Look". "Drei", fragt die Sängerin auf Deutsch, als sie den dritten Award überreicht bekommt. "Das ist der coolste Abend. Das ist verrückt. Ich bin begeistert", sagt die 22-Jährige.

Mit den Auszeichnungen wandelt sie auf den Spuren von Lady Gaga, die in den letzten Jahren stets die begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen konnte. In diesem Jahr ging sie ebenso leer aus wie Favoritin Rihanna, die gleich in sechs Kategorien nominiert war – vergebens. Die Kanadierin Carly Rae Jespen gewinnt immerhin zwei Awards, darunter den wichtigen für den besten Song ("Call Me Maybe").

Bei den Männern ist der Teenie-Schwarm Justin Bieber der Gewinner. Auch er kann sich jetzt drei neue Trophäen in sein Wohnzimmerregal stellen. Persönlich hat er die Preise in den Kategorien "Bester Sänger", "Bester Pop" und "Beste Worldstage" allerdings nicht entgegen genommen.

Buh-Rufe für Justin Bieber

Das begeistert das deutsche Publikum nicht. Buh-Rufe sind in der Festhalle zu vernehmen. Und Justin Bieber lächelt von einer der großen Leinwände, bedankt sich per Videobotschaft und lobt Moderatorin Heidi Klum.

Doch die Awards scheinen eher nebensächlich an diesem Abend zu sein. Manchen Gewinner bekommt man gar nicht mit, wird er doch wohl nur online bekannt gegeben. Wichtiger sind die Live-Acts wie die der Bands No Doubt und Fun, der Sänger Pitbull, Rita Ora oder Alicia Keys. Letztere ehrt dann auch noch die im Februar verstorbene Pop-Diva Whitney Houston posthum als "Global Icon". Alicia Keys bezeichnet sie als "göttliche Stimme". Schon als Kind habe sie zu ihr aufgeschaut. "Du hast Maßstäbe gesetzt für Generationen", sagt Alicia Keys.

Tim Benzko wurde im Vorfeld zum "Best German Act" gekürt. Auf der Bühne sieht man ihn dann jedoch nicht, auch wenn er extra an den Main gereist ist. Im Gegensatz zur britischen Boyband One Direction, die die Awards als "Beste Newcomer" und "Biggest Fans" abräumen können und nur eine Videobotschaft senden.

Zum Finale kommt dann noch mal die große Gewinnerin des Abends auf die Bühne: Taylor Swift. Ganz in Zirkus-Manier tritt sie als Dompteuse mit Peitsche auf. Es blitzt und knallt überall. Die Pyrotechniker geben noch einmal alles zum Showdown. Funken sprühen. Und dann fällt goldener Regen von der Decke.

Foto: Getty Images for MTV/Getty Images

Bei den MTV Europe Music Awards (EMAs) hat Sängerin Taylor Swift mit drei Auszeichnungen die meisten Awards abgeräumt. Sie wurde als beste Künstlerin ...

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