08.11.12

Polit-Talk

CDU-Minister Altmaier sagt bei Raab-Show ab

Am Sonntag soll Stefan Raabs Polit-Talk "Absolute Mehrheit" im TV starten. Nun sagte der erste Gast schon ab.

Foto: dapd

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagt seinen Besuch beim Polit-Talk in Stefan Raabs neuer Show ab
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagt seinen Besuch beim Polit-Talk in Stefan Raabs neuer Show ab

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat seine Teilnahme an Stefan Raabs neuer Polit-Talkshow (Sonntag, 22.45 Uhr auf ProSieben) überraschend abgesagt. Das sagte ein Sprecher des Ministers am Donnerstag "Handelsblatt Online". Hintergrund sei die Begründung für die Ausladung des Grünen-Fraktionsgeschäftsführers Volker Beck aus der Sendung.

Eine Raab-Assistentin hatte demnach nach Angaben von Becks Büroleiter Sebastian Brux die Ausladung an den Grünen-Politiker damit begründet, dass es "um die Augenhöhe der Gäste ging". Später habe es geheißen, Altmaier wäre nicht gekommen, wenn Beck auch Gast gewesen wäre. Der Minister widersprach der Darstellung der Raab-Assistentin bereits am Mittwoch via Twitter: "Die Behauptung ist schlicht falsch. Ich bin mit Volker Beck befreundet, war mit ihm in vielen Talkshows und werde das gerne auch wieder tun."

Nicht die Regierung sollte die Gäste bestimmen

Becks Büroleiter Brux sagte am Donnerstag "Handelsblatt Online" zur Auswahl der Gäste: "Es ist ein schlechter Start für eine politische Talkshow, wenn der Eindruck entsteht, dass die Regierung bestimmt, wer in die Sendung kommt und wer nicht."

ProSieben-Sprecher Christoph Körfer wollte die Vorwürfe bereits am Mittwoch nicht kommentieren. Er sagte, welche Gäste in die Sendung eingeladen würden, sei eine Entscheidung der Redaktion.

Kubricki meint er komme auf jeden fall

Wolfgang Kubicki Vorsitzender der FDP in Schleswig Holstein hingegen will, auch nach der Absage von Altmeier, nicht auf seinen Auftritt in Stefan Raabs Polittalkshow "Absolute Mehrheit" verzichten. "Wenn ich irgendwo eingeladen werde, dann halte ich das auch ein", sagte Kubicki den "Kieler Nachrichten". Die Ausladung des Grünen Fraktionsvorsitzenden Volker Beck durch den Sender nannte Kubicki eine "Posse".

Die erste Ausgabe der Raab-Sendung "Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen" soll am 11. November 2012 um 22.45 Uhr ausgestrahlt werden. Altmaier sollte darin mit dem SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sowie den Politikern Wolfgang Kubicki (FDP) und Jan van Aken (Linke) über die Themen Steuergerechtigkeit, Energiewende und soziale Netzwerke diskutieren. Ein "politikinteressierter Bürger ohne öffentliches Amt" sollte laut ProSieben der Fünfte in der Runde sein.

Was der Politiker mit dem Geld macht steht ihm frei

In der Sendung stimmen die Zuschauer nach jeder der drei Runden per Telefon und SMS ab, welcher Talkgast sie am meisten überzeugt hat. Der Gast mit den wenigsten Anrufen hat zwar nicht mehr die Chance auf die Siegprämie von 100.000 Euro, darf sich aber weiter an der Diskussion beteiligen.

Sollte es in der Finalrunde einem der drei Finalisten gelingen, mehr als 50 Prozent der Anrufe und damit die absolute Mehrheit auf sich zu vereinen, erhält er 100.000 Euro. "Was der Politiker damit macht, stellen wir ihm frei. Er muss sie nicht spenden", sagte Raab dem Magazin "Stern". Gelingt dies keinem der Gäste, fließt die Gewinnsumme in den Jackpot für die nächste Show. Unterstützt wird Raab von ProSiebenSat.1-Nachrichtenchef Peter Limbourg, der am Ende jeder Gesprächsrunde das Geschehen zusammenfasst und analysiert.

Aber wer nun Altmaier ersetzt, war am Donnerstag zunächst noch offen.

Quelle: dapd/dpa/BMO
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