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03.06.09

Air-France-Maschine

Absturz war Verkettung unglücklicher Umstände

Erstmals haben französische Ermittler über ihre Untersuchungsergebnisse zum mysteriösen Absturz des französischen Airbus über dem Atlantik berichtet. Sie dämpften zwar die Hoffnung auf eine vollständige und rasche Aufklärung des Unglücks, haben aber jedoch erste Informationen.

Sicherheitsexperten zweifeln daran, dass die Flugschreiber des abgestürzten französischen Flugzeuges im Atlantik jemals gefunden werden. "Theoretisch" könnten die Flugschreiber zwar den Wasserdruck in bis zu 6000 Meter Tiefe aushalten und dank der von ihnen ausgesendeten Signale geortet werden, sagte eine Sprecherin der französischen Ermittlungsbehörde BEA. "Aber so tief ist noch nie eine Black Box gefunden worden."

Das Meer in dem Absturzgebiet zwischen Südamerika und Westafrika sei etwa 4700 Meter tief, sagten Fachleute des Hydrografischen und Ozeanografischen Dienstes der französischen Marine (SHOM). Der Absturz habe sich "mitten im Atlantik ereignet", wo das Wasser sehr tief sei, sagte Arslanian. Dort gebe es unterirdische Gebirge.


Man könne das Wrack nicht auf 100 Meter genau orten. Er fügte hinzu: "Ich weiß nicht, was wir finden werden. Doch wir werden alles, was wir erfahren, unverzüglich mitteilen, wenn es klar ist." Auch die Temperatur, der Salzgehalt und Strömungen seien wichtige Faktoren. "Wenn man ein Signal einfängt, muss man das alles in Betracht ziehen, bevor man U-Boote losschickt." Der ozeanografische Dienst habe im Auftrag der Ermittlungsbehörde schon mit Analysen des Absturzgebietes begonnen.


"Diese Luftfahrt-Katastrophe ist die schlimmste, die dieses Land je erlitten hat", sagte der Direktor des Amts für Unfallanalysen BEA, Paul-Louis Arslanian. "Wir können uns nicht erlauben zu spekulieren. Wir müssen alles verifizieren." Die brasilianische Luftwaffe hatte am Dienstag erste Wrackteile des abgestürzten Airbus der Air France gefunden.

Vor dem Start von Air-France-Flug 447 gab es nach Erkenntnissen französischer Ermittler keinerlei Hinweise auf irgendwelche Probleme. Dies habe eine erste Überprüfung aller Wartungsunterlagen zu der Airbus-Maschine ergeben, sagte Paul-Louis Arslanian.

In Paris führten die Ermittler die Unglücksursache zunächst auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurück. Nach Einschätzung von Experten muss das Unglück sehr plötzlich eingetreten sein, weil die Besatzung keinen Notruf mehr abgeschickt hat.


Die französische Marine bereitet einen Einsatz zur Bergung der Flugzeug-Wrackteile im Atlantik vor. Militärsprecher Christophe Prazuck sagte, gleichzeitig sei der Einsatz eines U-Boots geplant, um die Black Box der Air-France-Maschine zu bergen.

Der Airbus A330 war in der Nacht zum Montag auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris verunglückt. Weil die Piloten keinen Notruf absetzten und es keine Augenzeugen für den Absturz gibt, könnte nur eine Auswertung der Flugschreiber erklären, wie es zu der Katastrophe kam. Die Maschine hatte 228 Menschen an Bord, darunter laut Air France auch 26 Deutsche.

Nach dem Absturz einer Boeing 737 im Roten Meer im Januar 2004 hatte es zwei Wochen gedauert, bis Fachleute die Flugschreiber fanden – die Black Boxes lagen seinerzeit in 1000 Metern Tiefe im Meer. Bei dem Unglück vor dem ägyptischen Badeort Scharm el Scheich kamen damals 148 Menschen ums Leben.

Die französische Regierung hat ein Spezialschiff zur Absturzstelle der Air-France-Maschine im Atlantik geschickt. Die "Pourquoi Pas" des halbstaatlichen Meeresforschungsinstituts IFREMER hat U-Boote an Bord, die in einer Tiefe bis zu 6.000 Metern nach Wrackteilen und dem Flugschreiber suchen können. Der Tauchroboter "Victor 6000" und das bemannte U-Boot "Nautile" können 97 Prozent des Meeresbodens absuchen, wie das französische Verkehrsministerium mitteilte. Bereits nach dem Absturz einer mit französischen Touristen besetzten Chartermaschine ins Rote Meer Anfang 2004 hatten ähnliche Mini-U-Boote bei der Bergung der Flugschreiber eine entscheidende Rolle gespielt.

Quelle: AFP/dpa/AP/gr
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