15.10.12

Katastrophenalarm

Nach Chemieunfall bei Kraft Foods tritt giftige Wolke aus

Im Werk des Nahrungsmittelkonzerns Kraft in Bad Fallingbostel hat es einen Störfall gegeben. Rund 800 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Foto: dpa

Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen in Schutzanzügen, den Störfall in einem Werk von Kraft Foods einzudämmen
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen in Schutzanzügen, den Störfall in einem Werk von Kraft Foods einzudämmen

Nach einem Störfall in einem Werk des Nahrungsmittelkonzerns Kraft Foods ist in Bad Fallingbostel der Katastrophenalarm ausgerufen worden. Säure sei versehentlich in einen Behälter mit Natron-Lauge gekippt worden, sagte die Sprecherin von Kraft Foods, Heike Hauerken, am Montagabend. Nach Angaben des Unternehmens und der Feuerwehr wurde aber zunächst niemand verletzt.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Mittag, sagte der Sprecher der Feuerwehr, Stephan Meyer. Beim Versuch, die beiden Stoffe wieder voneinander zu trennen, sei gegen Abend eine Gaswolke ausgetreten. Grund dafür sei ein verunreinigter Zwischenbehälter gewesen, in den die Säure gepumpt worden sei.

Feuerwehr warnt vor ätzender Giftwolke

Beim Einatmen und bei Hautkontakt sei die Wolke gesundheitsgefährdend. "Die Gase sind ätzend. Man sollte da nicht reinlaufen", sagte Meyer. Zwischenzeitlich wurde die Autobahn 7 rund um Bad Fallingbostel gesperrt. Weil die Wolke aber nicht in diese Richtung treibe, sei die Sperrung inzwischen wieder aufgehoben worden.

Bewohner rund um den Konzern wurden dennoch vorsorglich aus ihren Häusern geholt. Laut Feuerwehr betraf das einen Umkreis von 500 Metern um das Werk. Bis zum späten Abend mussten rund 800 Menschen ihre Häuser verlassen – wie viele es im Laufe der Nacht noch werden sollten, konnte die Feuerwehr zunächst nicht sagen.

Rund 400 Einsatzkräfte versuchten bis in die Nacht, die Wolke niederzuschlagen, sagte der Sprecher ohne Details zu nennen. Weitere Einsatzkräfte seien angefordert worden. "Die Situation ist unter Kontrolle", betonte Kraft Foods-Sprecherin Hauerken. Die gefährliche Säurenmischung im Werk werde derzeit abgepumpt. Dass es dabei weitere Zwischenfälle geben könne, sei jedoch nicht auszuschließen. Das Abpumpen könne noch die ganze Nacht dauern.

Quelle: dpa/bee
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