Schallmauer
Baumgartner muss auf seinen Rekordversuch weiter warten
Der Rekordsprung aus der Stratosphäre wurde wieder verschoben. Das Wetter in New Mexico spielt nicht mit.
Bereits zum dritten Mal macht das Wetter Extremsportler Felix Baumgartner bei seinem Rekordversuch einen Strich durch die Rechnung. Wegen eines Tiefdruckgebiets mit etwas zu starken Winden sei der für Donnerstag geplante Start von Felix Baumgartner zu riskant, entschied sein Team am Mittwoch.
Der nächste Versuch könnte vielleicht am Sonntag stattfinden. Theoretisch sei ein Sprung noch bis Mitte November möglich, doch das Wetter werde immer instabiler, sagte ein Sprecher. Wenn es dieses Jahr nichts mehr werde, könne erst wieder im nächsten Sommer gestartet werden.
Der 43 Jahre alte Österreicher möchte über der Wüste des US-Staates New Mexico mit einem Spezialballon aufsteigen, um in rund 36 Kilometern Höhe abzuspringen. Bei seinem lebensgefährlichen Sprung plant er, im freien Fall die Schallmauer zu durchbrechen.
Ursprünglich war der Start für Montag angesetzt, wurde aber wegen schlechten Wetters gar nicht erst vorbereitet. Am Dienstag wurde ein Startversuch dann abgebrochen, weil Böen den Ballon auf den Boden gedrückt hatten. Das Risiko, dass die extrem dünne Ballonhülle dabei beschädigt werden könnte, war dem Team zu hoch.
Der Extremsportler saß bereits in seiner Spezialkapsel, als das Kommandozentrum die Entscheidung fällte. Zuvor hatte der Wind bereits für mehrstündige Verzögerung gesorgt. Der beim Start fast 170 Meter hohe Heliumballon, der die Kapsel tragen soll, ist so dünn, dass er nur abheben kann, wenn die Windgeschwindigkeit unter 3,2 Kilometern pro Stunde liegt.
Baumgartner will 308 Meter pro Sekunde fallen
Fast drei Stunden dauert der Aufstieg in dem geplanten Stunt. Baumgartner wird dann mehr als dreimal höher sein als ein Passagierjet auf üblicher Reiseflughöhe. In der Stratosphäre wird um den Extremsportler herum ein Vakuum herrschen, es gibt so gut wie keinen Sauerstoff, der Luftdruck beträgt weniger als ein Prozent im Vergleich zur Erdoberfläche.
Geplant ist, nach dem Absprung innerhalb einer halben Minute in einer Höhe von etwa 30.480 Metern Schallgeschwindigkeit zu erreichen. Dabei fällt Baumgartner in einer Sekunde 308 Meter. Danach soll er in der zunehmend dichteren Erdatmosphäre langsamer werden.
Der Sprung ist äußerst gefährlich: Erblindung, Genickbruch, Blutgerinnsel oder Ohnmacht könnten für Baumgartner zu einem fatalen Ende führen. Der ehemalige Fallschirmjäger sagte am Mittwoch, er sei weiterhin bereit für den Sprung aus der Stratosphäre. Ein Meteorologe des Teams sagte einem Reporter des Sponsors: "Wir warten auf einen besseren Tag, ab Sonntag oder Montag werden die Wetterbedingungen günstiger."
"Das Glück war heute nicht auf unserer Seite", schrieb Baumgartner nach der Absage eine Nachricht an seine Facebook-Fans: Es sei klar, dass sie es erneut probieren werden. "Wir sind so weit gekommen, es gibt jetzt kein Zurück. Ob morgen oder nächste Woche ist mir egal, aber ich will noch dieses Jahr in die Stratosphäre. Wir sind bereit."



















