17.08.12

Samenspender

David hat 533 Kinder. Und noch mehr Probleme

Als er jung war, machte David Wozniak seinen Samen zu Geld. Jetzt will der unbekannte Nachwuchs seinen Vater kennenlernen. Aus diesem Chaos strickt "Starbuck" ein wunderbares Märchen.

Von Eva Lindner

Die Sorgen dieses Mannes möchte wohl niemand haben: Von einem Tag auf den anderen erfährt David Wozniak (Patrick Huard), dass er Vater von 533 Kindern ist. Wie kommt's? Wozniak war eben auch mal jung und brauchte Geld, also spendete er unter dem Pseudonym "Starbuck" seinen Samen. Insgesamt 533 Mal. Und als eines Tages ein Anwalt in seiner Wohnung steht und ihm verkündet, dass nun, 20 Jahre später, 142 der lieben Kleinen eine Sammelklage anstrengen, um die Identität ihres Erzeugers zu erfahren, gerät sein Leben aus den Fugen.

Dabei hat der 42-Jährige schon genug Probleme. Am laufenden Band enttäuscht er als Ausfahrer der Familien-Metzgerei seinen Vater und seine Brüder, er lässt seine Fußballmannschaft hängen und wird regelmäßig von Gangstern in seiner Wohnung fast ertränkt, weil er ihnen 80.000 Dollar schuldet. Dann eröffnet ihm auch noch seine Freundin Valerie (Julie LeBreton), dass er zum 534. Mal Vater wird – und weil sie keinen unzuverlässigen Vater für ihr Kind braucht, macht sie direkt mit ihm Schluss.

Wozniak bittet seinen besten Freund, einen erfolglosen Anwalt (Antoine Bertrand), ihn aus der Nummer wieder herauszuboxen. Unterdessen will der frisch gebackene Vater herausfinden, wer diese Kinder eigentlich sind. Dabei wird er zum Fan seines Straßenmusiker-Sohnes und zum Stammkunden seiner Kosmetikerin-Tochter.

Er will ihr Schutzengel sein

Um seinem Rettungsschwimmer-Filius zu beeindrucken, springt er vom Dreimeterbrett, einem anderen hilft er hinter der Bar aus. Wozniak findet Gefallen daran, seinen Kindern zu helfen, ohne sich zu erkennen zu geben, und sucht sich eine noch schwierigere Aufgabe als die des Vaters: Er will ihr Schutzengel sein. Irgendwann ist es soweit: Er ist verliebt, in jedes einzelne Kind.

Der frankokanadische Regisseur Ken Scott hat mit "Starbuck" – das ist übrigens der Name eines Zuchtbullen aus Kanada, der über 200.000 Nachkommen zeugte – eine Familienkomödie gedreht, die es schafft, zuckersüß zu sein ohne klebrig zu werden. Er zeichnet das Bild eines Mannes, dessen herzallerliebste Aufrichtigkeit ihn stets wieder aus dem selbst verursachen Chaos herausmanövriert. Ein leichtes, beschwingtes Sommermärchen.

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