11.08.12

Skurriles im Freizeitpark

Bottroper Freestyle-WM mit Handtaschen-Weitwurf

Ruhm, Ehre und das "Goldene Täschen": In Bottrop füllen Freiwillige ihre Taschen mit Sand und schleudern sie dann in vier Disziplinen umher. Die Idee einer PR-Agentur stößt auf durchwachsenes Echo.

Von Andreas Sträter
Foto: DAPD

Auf die Plätze, fertig, los: Eine Teilnehmerin bei Deutschlands erster Meisterschaft im Handtaschen-Weitwurf in Bottrop.

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Frauen und ihre Handtaschen – das ist ein nur schwer zu ergründendes Mysterium. Manche behüten sie wie ein Heiligtum, andere werfen sie durch die Luft: Im "Movie Park" in Bottrop lernten die Taschen am Samstag das Fliegen, allerdings ohne Schminke und Lippenstift, sondern mit einem Kilogramm Sand befüllt.

Eigens Komiker engagiert

Während alte Taschen zumeist eingemottet werden, gilt im Ruhrpott bei der ersten Weltmeisterschaft im Handtaschenweitwurf offenbar das Motto: Mut zum Loslassen. Aus einer Idee des Freizeitparks und einer Kölner PR-Agentur ist eine in Maßen durchaus lustige Veranstaltung geworden.

Teilnehmer und Besucher können sich hinter der Gespensterachterbahn "Van Helsing's Factory" mit Sport, Musik und Massagen vergnügen. Damit es auch garantiert lustig wird, hat der Park die Komiker Irmgard Knüppel, Melanie Chanel und Marc Sandmann engagiert, die mit mehr oder weniger flotten Sprüchen durch das Programm führen.

"Heute ist alles erlaubt"

"Öffnet euer Basis-Chakra, reanimiert, animiert, flippt aus! Heute ist alles erlaubt: tanzen, schreien, alles", sagt Irmgard Knüppel, die im wahren Leben eigentlich Gabi Weiss heißt und ihr Geld als Komikerin verdient. Zwölf Teams sind am Start, eins ist nicht dabei: "Monaco musste kurzfristig absagen, die feiern wahrscheinlich eine Champagnerparty."

Für die Teams verschiedener Länder gingen zumeist Deutsche an den Start, die einen Bezug zum Land haben, und wenn es wie im Falle von Susanne Jacobs und ihrem Starterland Frankreich nur das Baguette ist, das sie unter Arm hält und an dem sie ständig knabbert.

Immerhin: Normalerweise hätte sie eine Tasche mit "Paris"-Logo, doch die hätte sie gegen eine weiß-bunte Tasche aus Kunstleder tauschen müssen. "Bei der Probe habe ich natürlich das Gelächter meiner Nachbarn auf mich gezogen, aber macht doch nichts", sagt die Wuppertalerin, deren Sohn Tyler die WM leicht müde hinter einer Absperrung verfolgt – er wäre wohl lieber einfach nur so in die "Van Helsing's Factory" gegangen.

Manche haben schon Übung

Susanne Kock, die ihr Handtäschchen für das Team Deutschland stilsicher durch die Luft schleudert, musste kaum üben. "Ich habe meinem Mann schon oft genug die Tasche hinterher geschmissen", sagt die Frau aus Bottrop. Sie trägt die Nationalfarben an einer Hawaiikette um den Hals.

Patriotischer geht Dormita Rogers aus Oregon in den Vereinigten Staaten an den Start. Rogers, nach eigenen Angaben von Beruf "Vocalcoachin", schmettert erst mit viel Pathos die amerikanische Nationalhymne, bevor sie ihre Tasche durch die Luft wirft.

Vier Disziplinen sind zu bewältigen

Bei diesem Wettbewerb geht es um Ruhm und Ehre – und um das "Goldene Täschchen". "Nicht nur die Weite ist wichtig, sondern auch das Posing am Anfang und am Ende des Wurfes", sagt Präsidentin und Komikerin Irmgard Knüppel.

Sie erklärt den Teilnehmer zu Beginn auch die Regeln: "Die Henkel auf die Endglieder der Finger legen, dann leicht in die Kniebeuge – und dann los mit der Tasche." Eine Jury bewertet die Würfe der Teilnehmer nach technischer Ausführung, Choreographie und Aussehen.

In insgesamt vier Disziplinen müssen sich die Teilnehmer messen: Stoßen, Kurbelwurf, Freestyle und Diskuswurf. Der oder die Siegerin wird noch am Samstag gekürt.

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