06.08.12

Unfall

Heavy-Metal-Fan stirbt bei Festival in Wacken

Ein Mann aus Süddeutschland ist beim Wacken Open Air ums Leben gekommen. Er erstickte unter einer Zeltplane auf einem Autoanhänger.

Foto: Getty

Spätestens seit dem Film "Full Metal Village" ist das Wacken-Festival für (fast) alle ein Begriff. Auch dieses Jahr kammen 75.000 Fans in den kleinen Ort in Schleswig-Hollstein.

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Ein Todesfall hat das Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken überschattet. Ein junger Mann aus Süddeutschland starb auf der Ladefläche seines Autoanhängers. Ursache war wahrscheinlich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, nachdem Gase eines Notstromaggregats unter sein Zeltdach geströmt waren, wie Polizeisprecher Hermann Schwichtenberg in Itzehoe sagte. Rettungskräfte versuchten 30 Minuten lang vergeblich, den Mann zu reanimieren.

Der Mann, Jahrgang 1990, war am Samstagabend gegen 17.50 Uhr von Bekannten leblos auf der Ladefläche seines Autoanhängers entdeckt worden. Er hatte sich etwa zwei Stunden zuvor im Campingbereich des Festivalgeländes zum Schlafen auf die Ladefläche gelegt.

Die Ladefläche war nach Angaben des Polizeisprechers mit einer Plane zugedeckt. Dicht am Anhänger stand das Notstromaggregat, von dem aus Gase unter die Plane strömten. Auch ein früheres Eingreifen hätte dem jungen Mann wohl nicht mehr helfen können, wie es weiter von der Polizei hieß.

Nicht der erste Todesfall beim Festival

Die Veranstalter des Festivals zeigten sich bestürzt über den Unfall. "Für uns alle ist das ganz tragisch und schlimm", sagte Sprecherin Britta Kock in einer ersten Reaktion.

Bereits 2007 hatte es auf dem Festivalgelände einen tödlichen Unglücksfall gegeben. Damals war ein Besucher im Schlamm ausgerutscht und unter einen Rettungswagen gekommen, der gerade auf dem Weg zu einem Notfall war. 2011 war der Anreiseverkehr zum Festival von einem schweren Verkehrsunfall überschattet worden, bei dem eine junge Frau getötet worden war.

Weniger Kriminalität als in den Vorjahren

Die Polizei registrierte beim diesjährigen Wacken Open Air (W:O:A) rund 430 Straftaten unter den insgesamt etwa 100.00 Menschen – Service- und Sicherheitspersonal sowie Rettungskräfte mit eingerechnet. Auch stellten die Beamten rund 100 Gramm Drogen sicher und nahmen drei Menschen fest.

Die Kriminalität im Rahmen der Veranstaltung habe sich im Vergleich zu den Vorjahren reduziert, bilanzierte Polizeisprecher Schwichtenberg. Das Wacken Open Air sei ein sicheres Festival.

Bei der Feuerwehr waren insgesamt 650 Kameraden im Einsatz, sie mussten 103 Mal eingreifen. Das Deutsche Rote Kreuz versorgte seit Beginn des Festivals etwa 2885 Menschen mit kleineren und größeren Verletzungen, 2011 waren es noch mehr als 3200 gewesen. 292 Personen wurden 2012 in Krankenhäuser gebracht – ähnlich viele wie im vergangenen Jahr.

130 Bands auf sieben Bühnen

Von Donnerstag bis zum frühen Sonntagmorgen hatten insgesamt 75.000 Heavy-Metal-Fans aus 35 Ländern trotz wolkenbruchartiger Regenfälle und stark verschlammter Wege in Wacken gefeiert. Alljährlich herrscht in der beschaulichen Gemeinde mit 1800 Einwohnern im Kreis Steinburg reger Verkehr, wenn sich Metaller aus aller Welt ihren Weg durch die Straßen bahnen.

2012 war das nach Veranstalterangaben weltgrößte Heavy-Metal-Festival bereits zum siebten Mal in Folge ausverkauft. Rund 130 Bands traten auf insgesamt sieben Bühnen auf, darunter die Scorpions, Oomph! und Saxon.

Das 24. Wacken Open Air findet 2013 vom 1. bis 3. August statt. Bereits zugesagt haben Bands wie Anthrax, Nightwish und Sabaton sowie die deutsche Königin des Heavy Metal, Doro. Erwartet wird 2013 zudem die legendäre Band Deep Purple.

Quelle: dapd/sei
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