28.07.12

Schwer verletzt

Dingo fällt deutschen Touristen in Australien an

Ein Wildhund hat einen 23-jährigen Deutschen auf der australischen Insel Fraser angefallen und in den Kopf gebissen. Der Tourist musste mit dem Hubschrauber ins nächste Krankenhaus geflogen werden.

Foto: M.Harvey/WILDLIFE
Dingo
Gefährliche Wildhunde: Dingos im australischen Outback

Ein Dingo hat einen deutschen Touristen an der Ostküste Australiens angefallen und schwer verletzt. Der Wildhund habe dem 23-Jährigen in Kopf, Arme und Beine gebissen, meldete die Nachrichtenagentur AAP. Der Angriff geschah auf der Insel Fraser, der größten Sandinsel der Welt rund 1000 Kilometer nördlich von Sydney.

Wie die Nationalparkverwaltung mitteilte, hatte der 23-Jährige seinen Campingplatz verlassen und die Orientierung verloren. Er sei dann alleine auf einem Pfad eingeschlafen.

Der junge Mann wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus des Bundesstaates Queensland geflogen. "Sein Zustand ist stabil", sagte ein Sprecher der örtlichen Gesundheitsbehörde. Er werde nicht allzu lange im Krankenhaus bleiben müssen. Über die genaue Identität und Herkunft des Deutschen konnte er nichts sagen.

Neunjähriger von Dingos getötet

"Dieser Vorfall dient als Mahnung, dass Dingos wilde Tiere sind und als solche behandelt werden müssen", sagte der örtliche Chef der Nationalparkverwaltung, Ross Belcher. Gleichzeitig rief er dazu auf, die Wildhund-Warnungen seiner Behörde zu beachten. So sollen die Tiere auf keinen Fall gefüttert werden. Nach dem Angriff auf den Deutschen verstärkten Ranger ihre Patrouillen in dem Gebiet.

Auf der Insel Fraser war 2001 ein Neunjähriger von zwei Dingos getötet worden. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder wurde verletzt.

Mutter wegen Mordes verurteilt

1980 starb in Zentral-Australien ein wenige Wochen altes Mädchen, nachdem ein Wildhund das Baby während eines Campingurlaubs aus dem Zelt seiner Eltern verschleppt hatte. Die Polizei hatte zunächst die Mutter für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht. Sie kam wegen Mordes ins Gefängnis, wurde aber später freigesprochen. Das endgültige Urteil in dem spektakulären Fall fiel erst im Juni dieses Jahres.

Die etwa schäferhundgroßen Dingos gehören in Australien nicht zu den einheimischen Tieren wie Kängurus oder Koalas. Die sandfarbenen Vierbeiner hatten nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern vor rund 3500 bis 4000 Jahren entweder Ureinwohner oder Seeleute aus Südostasien eingeführt.

Quelle: dpa/cke
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