14.07.12

Wissenschaftler-Warnung

Sonnensturm kann Handys und Satelliten stören

Nach einer Sonneneruption rechnen Experten mit einen geomagnetischen Partikelsturm im Erdumfeld. Dadurch könnten Handynetze gestört und die Navigation von Flugzeugen beeinträchtigt werden.

Foto: DPA
Warnungen vor starkem Sonnensturm
Am 12. Juli hat der Sturm auf der Sonne begonnen, wie diese Aufnahme eindrucksvoll zeigt. Nun ist er auf dem Weg zur Erde

Vor dem Eintreffen eines Sonnensturms am (heutigen) Samstag warnen Wissenschaftler vor möglichen Problemen für Handynetze und Satellitensysteme. Nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA sind zwar nur geringe Auswirkungen des kosmischen Phänomens zu erwarten. Netzbetreiber, Fluggesellschaften und andere potenziell Betroffene seien dennoch alarmiert worden.

Berechnungen zufolge sollte der Sonnensturm das Erdmagnetfeld am frühen Samstagabend (MESZ) erreichen und bis zum Sonntag bleiben. Bei klarem Wetter könnten in Nordamerika und Nordeuropa Polarlichter zu beobachten sein, sagte der NOAA-Experte Joe Kunches.

Elf-Jahres-Zyklus

Die Eruptionsregion auf der Sonne liege leicht südlich, teilte der Astrophysiker Volker Bothmer von der Universität Göttingen mit. Der sogenannte koronale Massenauswurf (CME) sei mit knapp 1500 Kilometern pro Sekunde losgerast, in Erdnähe werde er voraussichtlich rund 800 Kilometer pro Sekunde schnell sein. Die Hauptphase werde aber erst nach 18.00 Uhr erwartet, bei klarem Wetter könnten dann Polarlichter in Nordeuropa zu beobachten sein.

Schwere Sonnenstürme können Satelliten, elektrische Anlagen, Navigationssysteme wie GPS und Funkverbindungen stören. 2003 führte ein solcher Sturm unter anderem zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, einem Ausfall des europäischen Flugradars, zur Verschiebung von über 60 Flügen in den USA und zum Verlust des Forschungssatelliten "Midori 2".

Die NOAA erwartete für diesen Sonntag eine geomagnetische Intensität des Sturms von Rang G2 auf der Skala von G1 (am schwächsten) bis G5 (am stärksten). Bei der Explosion seien auch große Mengen UV-Strahlung Richtung Erde gesandt worden, hieß es bei "Spaceweather.com". Messstationen in Norwegen, Irland und Italien hätten dies bereits registriert.

Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu: Sonnenstürme werden häufiger und stärker. Grund für die Aktivitätsschwankungen ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne.

Quelle: dpa/cor
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