Abschlussbericht
Piloten des Todesflugs AF 447 waren überfordert
Laut Expertengutachten wurde der Air-France-Absturz maßgeblich durch Pilotenfehler verursacht. Angehörige kritisieren den Bericht.
Die französischen Ermittler machen menschliche und technische Fehler für den Absturz eines Air-France-Flugzeugs auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris vor drei Jahren verantwortlich. Das geht aus dem Abschlussbericht der Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) hervor, der am Donnerstag in Le Bourget bei Paris vorgestellt wurde. Bei dem Unglück waren 228 Menschen ums Leben gekommen, darunter 28 Deutsche.
Angehörige kritisieren Abschlussbericht
Die Hinterbliebenen der Opfer des Air-France-Absturzes haben den Abschlussbericht kritisiert. "Die Ermittler denken, dass die Piloten Fehler gemacht haben – das ist die einzige Absturzursache", sagte die Deutsche Barbara Crolow, die bei dem Unglück vor drei Jahren ihren Sohn verlor. "Ich bin etwas enttäuscht." Die BEA hatte einige Angehörige vorab über den Abschlussbericht informiert, den sie offiziell am Nachmittag vorstellte.
In dem Bericht geht es um die technischen Hintergründe des Unglücks. Bereits vor einem Jahr hatte die BEA in ihrem Zwischenbericht Pilotenfehler für den Absturz des Airbus A330 verantwortlich gemacht, der von Rio nach Paris unterwegs war und in einer Gewitterzone aus mehr als 11.000 Metern in den Atlantik stürzte.
Am Mittwoch war ein zweiter, juristischer Ermittlungsbericht bekanntgeworden, den Untersuchungsrichterin Silvia Zimmermann in Auftrag gegeben hatte. Im Gegensatz zur BEA machen die Ermittler nicht allein die Piloten für das Unglück verantwortlich. Stattdessen ist in dem mehr als 350 Seiten langen Papier von einer unglücklichen Verkettung die Rede aus schlechtem Wetter, fehlender Ausbildung der Piloten und technischen Problemen an den Geschwindigkeitsanzeigen, die bereits seit Jahren bekannt gewesen seien.


















