ADAC-Test
Endlich viel Licht am Ende der Tunnel
Im jüngsten ADAC-Tunneltest haben neun der 13 untersuchten Straßentunnel in puncto Sicherheit die Bestnote erhalten. Keine einzige Röhre fiel als gefährlich durch – zum ersten Mal in der Geschichte des Tests. Wie die getesteten Tunnel in vier deutschen Städten im einzelnen abschnitten.
Die Tunnel in Europa werden immer sicherer. Drei von vier Röhren in deutschen Städten erhielten beim neuen ADAC-Tunneltest die Bewertung "sehr gut". Acht weitere Tunnel im europäischen Ausland schnitten sehr gut oder gut ab. Das zeige ein wachsendes Sicherheitsbewusstsein bei den Verantwortlichen in Europa, lobte der Autoclub am Dienstag in München. Einzige Ausnahme war mit "ausreichend" der Schweizer Tunnel Vue-des-Alpes.
Aus deutscher Sicht lag der Fokus diesmal auf Stadttunneln: dem Brudermühltunnel auf dem Mittleren Ring in München, dem Schlossbergtunnel in Heidelberg, dem Tunnel Flughafen Tegel auf der Berliner Stadtautobahn und dem Warnowtunnel in Rostock. Dieser erhielt laut ADAC Bestnoten, weil er über modernste Sicherheitstechnik wie Lüftung, Ampeln und Schranken vor den Portalen, Videoüberwachung, gut gekennzeichnete Rettungswege und automatisches Brandmeldesystem verfügt.
Ebenfalls einen Spitzenwert erreichte demnach der Brudermühltunnel, der mit bis zu 109.000 Fahrzeugen pro Tag einer starken Verkehrsbelastung ausgesetzt sei. Die Experten lobten vor allem für die zwei sehr hellen Röhren mit ausreichend breiten Fahrspuren und Pannenbuchten in kurzem Abstand.
Beim Schlossbergtunnel überzeugte die Tester die optimale Sanierung. Der einröhrige Veteran, 1862 ursprünglich als Eisenbahntunnel konzipiert, diene erst seit 1968 dem Straßenverkehr. Zwar fehlten Pannenbuchten neben den engen Fahrbahnen, dafür aber verfüge er über ein modernes Sicherheitskonzept mit Notfallmanagement, Brandschutz und Lüftung.
Der Tunnel am Flughafen Tegel, der Start- und Landebahnen unterquert, habe sich nach einer Grundsanierung und Investitionen von gut 38 Millionen Euro zu einem hochmodernen Stadt- und Autobahntunnel entwickelt, ergab der Test. Trotz hoher Fahrzeugdichte und täglicher Staus zeichne sich die Röhre mit ihrer ständig besetzten Tunnelleitzentrale durch optimalen Brandschutz aus.
Besonders erfreulich: Die früher als "mangelhaft" durchgefallenen Tunnel im kroatischen Tuhobic und im spanischen Vielha bestanden die Prüfung jetzt mit "sehr gut".
Mit der Note "Ausreichend" das Schlusslicht im Test war der Schweizer Jura-Tunnel Vue des Alpes bei La Chaux-de-Fonds. Hier fanden die Experten die Flucht- und Rettungswege schlicht mangelhaft, die Verkehrsüberwachung stuften sie als bedenklich ein.
In Italien, wo in den vergangenen Jahren besonders viele Röhren als gefährlich durchgefallen waren, wurde 2009 überhaupt kein Tunnel gestestet. Eine ADAC-Sprecherin erklärte das mit laufenden Sanierungsarbeiten. Der Tunneltest umfasste auch nur 13 statt wie in den Vorjahren über 50 Kandidaten.
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Hier kann man sich über die Methodik des ADAC-Tests informieren.
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